Die großen Themen

Gemeinsame Erklärung zu Afghanistan - 78. Deutsch-Französischer Gipfel in Nantes (23. November 2001)

Unser Ziel ist es, in Afghanistan so rasch wie möglich eine Übergangsverwaltung zu schaffen und sodann eine rechtmäßige, weitgehend repräsentative, multiethnische Regierung einzurichten, die entschlossen ist, die Menschenrechte einzuführen.

Zu dem Zeitpunkt, da die Afghanistan-Krise mit dem Zusammenbruch des Taliban-Regimes in eine neue Phase eintritt, bekräftigen Frankreich und Deutschland ihre Entschlossenheit, den internationalen Terrorismus, der eine Gefahr für alle Demokratien darstellt, auszuschalten. Sie unterstützen das Vorgehen der Vereinten Nationen in diesem Land uneingeschränkt.

Unser Ziel ist es, in Afghanistan so rasch wie möglich eine Übergangsverwaltung zu schaffen und sodann eine rechtmäßige, weitgehend repräsentative, multiethnische Regierung einzurichten, die entschlossen ist, die Menschenrechte einzuführen. Dabei setzen wir große Hoffnungen in die Konferenz der Vereinten Nationen, die in Kürze in Bonn unter Federführung des Sonderbeauftragten des VN-Generalsekretärs, Lakhdar Brahimi, eröffnet wird, den wir uneingeschränkt unterstützen.

Für die unmittelbare Zukunft erwarten wir von allen afghanischen Führern ein verantwortungsvolles Verhalten, das mit den von ihnen erklärten Absichten im Einklang steht. Frankreich und Deutschland sind bereit, den Menschen in Afghanistan zu helfen, das Afghanistan von morgen aufzubauen und nicht zu dem Afghanistan von gestern mit seinen Konflikten zurückzukehren, denen die Bevölkerung stets ohnmächtig ausgeliefert war. Dieses Element wird für den Beitrag unserer beiden Länder zum Aufbau Afghanistans eine entscheidende Rolle spielen.

Wir werden in diesem Sinne unsere Bemühungen in der Europäischen Union zusammenführen, die in diesem Prozess den ihr gebührenden Platz einnehmen muss. Wir begrüßen die Entscheidung des Allgemeinen Rats der EU, einen Sonderbeauftragten für Afghanistan zu ernennen.

Die humanitäre Hilfe ist die Priorität. Sie muss massiv und bedingungslos erfolgen. Frankreich und Deutschland beteiligen sich daran. Sie sind bereit, die Weiterleitung der von den internationalen Organisationen und Nichtregierungsorganisationen gelieferten Hilfsgüter vor Ort unter den bestmöglichen Bedingungen zu unterstützen, und zwar jeder auf seine eigene Art und Weise.

Nun, da die freie Information in Afghanistan allmählich wieder zugelassen wird, würdigen Frankreich und Deutschland schließlich die Journalisten, die in Ausübung ihrer Tätigkeit ihr Leben verloren haben.

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