Deutschland und Frankreich müssen ein Motor der europäischen Forschung bleiben - Bundesministerin für Bildung und Forschung, Dr. Annette Schavan, in Paris (6. März 2007)

"Dass unsere Länder in dichter Folge die EU-Präsidentschaft innehaben (Deutschland bis zum 30. Juni 2007, Frankreich in der zweiten Jahreshälfte 2008, Anm. d. Red.), sollte für uns auch eine gemeinsame Herausforderung sein, Europas Platz im globalen Wettbewerb von Wissenschaft und Innovation zu festigen", konstatierte die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Annette Schavan, in ihrer Rede vor der Industrie- und Handelskammer in Paris. Die Ministerin war am 6. März 2007 in der französischen Hauptstadt und traf dort den französischen Bildungsminister, Gilles de Robien, und den französischen Staatssekretär für Bildung und Forschung, François Goulard.

"Europa kann eine führende Rolle bei der Lösung zentraler Fragen übernehmen, die die Menschen überall bewegen und die wir deshalb gemeinsam angehen müssen," so Schavan. Hierfür müsse jedoch mehr in die Forschung investiert werden, einerseits durch die Verzahnung privater und öffentlicher Mittel, aber auch durch die vermehrte Ausbildung von Forschern und Wissenschaftlern über die Föderung junger Talente. "Deutschland und Frankreich wollen dabei gerade auch Motor für Europa sein." Allerdings müssten beide Länder "die Vorteile der Internationalisierung viel stärker nutzen, um eigene Stärken einzubringen und von den Stärken anderer zu profitieren". Spitzencluster in der Forschung, die in den letzten Jahren auf beiden Seiten des Rheins entstanden seien, sollten stärker miteinander verzahnt werden. 10 Beispiele für eine Kooperation dieser Art haben bereits das Licht der Welt erblickt. Weitere könnten sich nach Ansicht der Ministerin in den Bereichen der erneuerbaren Energien, der Gesundheit, Pharmazie und Biotechnologie entwickeln.

Die deutsch-französische Zusammenarbeit im Bereich Forschung und Wissenschaft hat bereits Tradition und ist in vielen Bereichen sehr intensiv. Im Oktober 2006, im Rahmen des deutsch-französischen Ministerrats, hat diese Zusammenarbeit einen weiteren Impuls erhalten: beide Regierungen haben beschlossen, die Kooperation auf Zukunftsbereiche wie Energie, Klimaschutz, Weltraum und digitale Wirtschaft auszuweiten.

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