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Aktuelles

Deutschland und Frankreich: Gemeinsam für Menschenrechte (10. Dezember 2021)

Deutschland und Frankreich zeichnen heute 15 Menschen aus, die sich besonders um den Schutz der Menschenrechte verdient gemacht haben: Sei es für Frauenrechte in Afghanistan, freie Presse in Südafrika oder den Einsatz für Kinder, die aus Kriegsvergewaltigungen geboren wurden.

Am 10. Dezember, dem internationalen Tag der Menschenrechte, würdigen Außenministerin Annalena Baerbock und der französische Außenminister Jean-Yves Le Drian fünfzehn Personen mit dem deutsch-französischen Menschenrechtspreis. Die Auszeichnung erkennt den Einsatz all jener an, die Tag für Tag unermüdlich für Menschenrechte und Rechtstaatlichkeit kämpfen. Die Preise werden dezentral durch die französischen und deutschen Vertretungen überreicht.

Die diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträger sind:

Shaharzad Akbar ist eine afghanische Menschenrechtsverteidigerin, die sich für die Rechte insbesondere von Frauen in Afghanistan engagiert. Seit 2019 ist sie Vorsitzende der Unabhängigen Afghanischen Menschenrechtskommission. Ihr Augenmerk lag bis zur Machtergreifung der Taliban auf der Inklusion von Frauen, Jugendlichen und Zivilgesellschaft in den Friedensprozess und der Aufarbeitung schwerwiegender Rechtsverstöße. Sie hält sich derzeit außerhalb des Landes auf.

Chang Weiping ist ein chinesischer Menschenrechtsanwalt. Er befindet sich seit dem 22. Oktober 2020 erneut in Haft. Chang hat sich vor allem für LGBTI-Rechte sowie gegen die Diskriminierung von Frauen und HIV-positiven Menschen eingesetzt, weswegen er seine Anwaltslizenz verlor. Chang wurde das erste Mal im Januar 2020 in Zusammenhang mit dem sogenannten Xiamen-Crackdown verhaftet. Nach der Haftentlassung hatte er über seine Folter berichtet, woraufhin er im Oktober 2020 erneut verhaftet wurde. Trotz seiner formellen Verhaftung und Anklage im April 2021 hat er bisher er keinen direkten Zugang zu Anwälten erhalten.

Jacques Letang ist ausgebildeter Richter und Anwalt in Haiti, wo er sich für Menschenrechte und Rechtstaatlichkeit einsetzt. Als Gründungsmitglied des Büros für Menschenrechte in Haiti leitet der Preisträger seit 2015 ein juristisches Team, das die Freilassung von mehr als 150 willkürlich inhaftierten Personen ermöglicht, hunderte von Opfern geschlechtsspezifischer Gewalt begleitet und symbolträchtige Fälle von Menschenrechtsverletzungen betreut hat, wie das Massaker von La Saline.

Cristina Palabay von den Philippinen leitet seit 2010 den nationalen Verbund der Menschenrechtsorganisationen und –verteidiger Karapatan. Mit ihm unterstützt Palabay Opfer vor Gericht und setzt sich gegen die Einschränkungen der bürgerlichen Freiheiten durch die Duterte-Regierung ein. Palabay hat die Gabriela Women’s Party mitbegründet, die für Frauenrechte eintritt und sich u.a. für den Schutz von Frauen gegen Gewalt sowie gegen Menschenschmuggel einsetzt.

Noelah Godfrey Msuya enagiert sich in Tansania für die Rechte von Kindern und Frauen. Sie ist ausgebildete Sonderpädagogin, Gründerin und Leiterin der NGO Child Support Tanzania. Sie widmet sich und ihre Organisation der Aufgabe, benachteiligten und gesundheitlich behinderten Kindern eine Ausbildung zu ermöglichen. Die Preisträgerin hat Selbsthilfegruppen für Frauen sowie auch Kinderrechtsclubs gegründet, in denen 2.500 Mitglieder aktiv sind.

Erika Lorena Aifán Dávila ist seit über 19 Jahren Richterin in Guatemala und seit über fünf Jahren als Strafrichterin Erster Instanz eines Hochrisikogerichts tätig, wo sie die Fälle schwerer Straftaten von Unternehmern, Beamten, Richtern und Drogenhändlern behandelt. Sie setzt sich dabei für unabhängige und transparente Rechtsprechung ein, wie sie von der großen Mehrheit der guatemaltekischen Gesellschaft gewünscht wird. Trotz enormer Behinderungen und Drohungen setzt sie ihre Arbeit mit Beharrlichkeit und unermüdlichem Einsatz fort.

Die deutsch-libanesische Dokumentarfilmerin Monika Borgmann gründetet 2001 mit ihrem Ehemann Lokman Slim die Filmproduktionsfirma UMAM Productions. Zum vielfach ausgezeichneten Werk gehört der Film „Tadmor“, der die Erfahrungen Gefangener in syrischer Haft erzählt. Einen Schwerpunkt bildete zuletzt die Arbeit am „MENA Prison Forum“, mit dem Monika Borgmann die Aufmerksamkeit auf unmenschliche Haftbedingungen im Nahen Osten lenkt. Seit der Ermordung ihren Ehemanns Lokman Slims am 4. Februar 2021 führt Monika Borgmann das gemeinsam begonnene Werk fort.

Narges Mohammadi engagiert sich gegen die Todesstrafe und gegen sexualisierte Gewalt in iranischen Gefängnissen. Sie wurde erstmals 1998 verhaftet und in der Folge mehrfach wegen „Handlungen gegen die nationale Sicherheit“, „Propaganda gegen das Regime“ und ihres Einsatzes für die Abschaffung der Todesstrafe zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Im Mai wurde Narges Mohammadi erneut wegen „Propaganda gegen das Regime“, „Organisation eines Sitzstreiks vor einem Gefängnis“ und „Ungehorsam gegenüber Gefängnispersonal“ zu 80 Peitschenhieben und 30 Monaten Haft verurteilt. Sie ist seit dem 16. November inhaftiert.

Nebahat Akkoç widmet sich seit der Ermordung ihres Mannes 1993 ganz der Menschenrechtsarbeit. Sie gründete 1997 die Frauenrechtsorganisation Kamer mit Sitz in Diyarbakır, die sich vor allem gegen Gewalt an Frauen engagiert. Für ihr Engagement hat Frau Akkoç bereits mehrere Auszeichnungen erhalten, u.a. den Anne-Klein-Frauenpreis der Heinrich-Böll-Stiftung (2015).

Die venezolanische NGO PROVEA wird in diesem Jahr mit dem Preis ausgezeichnet, da sie sich bereits seit 1988 besonders für wirtschaftliche, soziale und kulturelle Menschenrechte einsetzt. Mit Sitz in Caracas ist sie unter anderem als Rechtsbeistand für Menschenrechtsverteidiger und NGOs aktiv. PROVEA dokumentiert Menschenrechtsverletzungen und hat so zu einer deutlich besseren internationalen Kenntnis der Lage in Venezuela beigetragen. Ihre Arbeit leisten die Mitarbeiter unter Einsatz der eigenen Sicherheit, der Leiter Rafael Uzcátegui wurde bereits mehrfach verhaftet.

Jake Epelle setzt sich in Nigeria mit Hilfe einer im Jahre 2006 gegründeten Organisation „The Albino Foundation“ gegen die fortbestehende Stigmatisierung und Diskriminierung von Menschen mit Albinismus ein. Die Benachteiligungen reichen von erschwertem Zugang zu Gesundheitsversorgung und Bildung über Nachteile bei der Arbeitssuche bis hin zu Gewalterfahrungen. Jake Epelle ist zudem Sprachrohr für die Rechte von Menschen mit Behinderung und eine treibende Kraft für ihre bessere Integration ins gesellschaftliche und politische Leben.

Alexandrine Victoire Saizonou engagiert sich in Benin für Frauen- und Kinderrechte. 2013 hat sie den Verein der Rechtsanwältinnen gegründet, der Frauen und Kindern, die Opfer von sexueller Gewalt geworden sind, kostenlose Rechtshilfe und Unterstützung bietet. Die Preisträgerin war zweimal Vorstandsmitglied der Anwaltskammer von Benin und ist seit 2019 als Mitglied der beninischen Menschenrechtskommission verantwortlich für die Unterkommission „Kinder, Staatenlose, Flüchtlinge und Binnenvertriebene“.

Tabelo Timse erhält den deutsch-französischen Menschenrechtspreis für ihre herausragende Arbeit als Mitglied eines unabhängigen non-profit Medienzentrums in Südafrika. Als investigative Journalistin berichtet Tabelo Timse mit ihren Kolleginnen und Kollegen über den Einfluss privater Interessengruppen auf den Staat, staatliches Versagen bei der Bereitstellung öffentlicher Güter und Missmanagement.

Seit die Bosnierin Ajna Jusic im Alter von 15 Jahren erfuhr, dass sie aus einer Kriegsvergewaltigung geboren wurde, engagiert sie sich für Kinder, die ihr Schicksal teilen. Mit Unterstützung einer Therapeutin machte sie sich 2015 auf die Suche nach anderen Jugendlichen, die ebenfalls „Kinder des Krieges“ sind und gründete eine Organisation gegen die Diskriminierung dieser Kinder. Jusic zielt vor allem auf die Verbesserung des Alltages der Betroffenen ab, etwa durch die Anerkennung als zivile Kriegsopfer und die Umsetzung der Forderung, den Namen des Vaters formal nicht angeben zu müssen.

May Sabe Phyu ist seit 2014 Direktorin des Gender Equality Network in Myanmar. Das Netzwerk engagiert sich gegen Gewalt gegen Frauen und vereinigt dabei 120 zivilgesellschaftliche Organisationen. Die Preisträgerin setzt sich ein für eine Ethnien übergreifende Vertrauensbildung und die Verbesserung der Lage ethnischer Minoritäten im Land, insbesondere der Kachin. Seit dem Militärputsch vom 1. Februar 2021 hat sie auf die besondere Situation von Frauen hingewiesen und kämpft für einen fairen Zugang zur Justiz.

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