Deutsch-Französischer Integrationsrat (DFIR)


Auf dem 18. Deutsch-Französischen Ministerrat am 7. April 2016 wurde die Gründung eines Deutsch-Französischen Integrationsrates (DFIR) vereinbart. Die Mitglieder des Rates pflegen einen regelmäßigen und intensiven Austausch zu den jeweiligen Erfahrungen bei der Integration von Menschen mit Migrationsgeschichte. Am 7. November 2017 hat sich der DFIR in Berlin konstituiert. Unter gemeinsamem Vorsitz der Innenminister Deutschlands und Frankreichs, damals Dr. Thomas de Maizière und Gérard Collomb, sowie der beiden Beauftragten für die deutsch-französische Zusammenarbeit, Michael Roth und Nathalie Loiseau, haben die Mitglieder aus Deutschland und Frankreich erstmalig getagt und ein Arbeitsprogramm für die Jahre 2017 bis 2020 verabredet.

Staatsminister Michael Roth:
„Deutschland und Frankreich haben eine lange Geschichte als Einwanderungsländer. Europa ist ein Kontinent der Migration. Mit dem Deutsch-Französischen Integrationsrat wollen Deutschland und Frankreich Mut machen für ein Europa der Vielfalt. Wir müssen dafür sorgen, dass man ohne Angst verschieden sein kann. Aber wir müssen auf der anderen Seite auch klar machen, was zu einem friedlichen, respektvollen und gelingenden Zusammenleben in unseren Gesellschaften zwingend dazugehört. Auf einen Nenner gebracht heißt das: So viel Vielfalt wie möglich, so viel Gemeinsamkeit wie nötig.“

Der DFIR soll einen Austausch über die vielfältigen Erfahrungen im Bereich der Integration von Migranten in beiden Ländern ermöglichen, erfolgreiche Maßnahmen identifizieren und bekannt machen sowie Impulse für die europäische Zusammenarbeit geben. Der Erfahrungsaustausch soll auch auf Integrationshindernisse und deren Beseitigung eingehen. Ziel ist es, die Ergebnisse dieser Ratsarbeit als Empfehlungen in den Deutsch-Französischen Ministerrat einfließen zu lassen.

Bei der Auftaktsitzung stand das Themenfeld Sprach- und Wertevermittlung im Vordergrund, da der Integrationsprozess in der Regel mit dem Erlernen der Sprache des Aufnahmelandes beginnt und dieses Themenfeld somit zentral für einen erfolgreichen Integrationsprozess ist. In einem ersten Workshop wurde der deutsch- französische Austausch zur Sprach- und Wertevermittlung im Juni 2018 in Berlin vertieft. In den kommenden Workshops sollen u.a. „Bildung und Chancengleichheit“, „Einrichtung einer Orientierungs- und Beratungsstruktur, Vereinfachung von Verwaltungsprozessen“, „Unterbringung, Aufnahmeeinrichtungen“, „Integration in den Arbeitsmarkt“ und „Bekämpfung von Diskriminierung und Radikalisierung“ diskutiert werden. Die Integration in den Arbeitsmarkt ist als Themenschwerpunkt für den Workshop im Herbst 2018 in Paris geplant. Die Sitzungen des DFIR finden mindestens einmal jährlich im Vorfeld der Deutsch-Französischen Ministerräte statt. Die Ergebnisse werden dem Ministerrat vorgelegt.

Der DFIR setzt sich aus 24 Mitgliedern zusammen, neben den vier Ko-Vorsitzenden je 10 Mitglieder aus Gebietskörperschaften, Wissenschaft und engagierte Vertreter der Zivilgesellschaft. Ko-Vorsitzende sind die beiden Innenminister Horst Seehofer und Gérard Collomb sowie die Europaminister/in und Beauftragten für die französisch-deutsche Zusammenarbeit Michael Roth und Nathalie Loiseau. Die Mitglieder spiegeln die Breite der integrationspolitischen Landschaft wider und gehören dem Rat für drei Jahre an. Bei der Auswahl der Mitglieder wurde darauf geachtet, neben Vertretern von Politik und Verwaltung auch Vertreter von Kultur und Medien, der Wissenschaft und der Gesellschaft in den Rat zu berufen.

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