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Der Klimagipfel darf nicht enttäuschen (7. November 2022)

„Die Klimakrise beschleunigt sich mit verheerenden und schlimmer werdenden Auswirkungen. Die diesjährige Dürre in Europa, die Überschwemmungen in Pakistan, die Wirbelstürme in der Karibik und in Florida nicht zuletzt die Hungersnot am Horn von Afrika sind Beispiele für die tragischen Effekte des Klimawandels.

Die weltweit anerkannten aktuellen Erkenntnisse der Klimawissenschaft unterstreichen die Dringlichkeit des Handelns noch. Wir müssen die Weltklimakonferenz COP 27 in den kommenden zwei Wochen im ägyptischen Sharm-el-Sheikh nutzen, um unsere Verpflichtungen gegenüber dem Pariser Klimaabkommen von 2015 zu verstärken und den Klimapakt von Glasgow aus dem vergangenen Jahr umzusetzen. Wir dürfen nicht länger warten.

Um dies zu erreichen, brauchen wir Einigkeit in vier Bereichen.

Erstens: Es ist entscheidend, dass der globale Temperaturanstieg auf 1,5 Grad Celsius begrenzt wird. Der Klimapakt von Glasgow hat anerkannt, dass dies notwendig ist, um die bereits enormen Auswirkungen der globalen Erwärmung in erträglichen Grenzen zu halten.

Der IPCC, der Weltklimarat der global führenden Klimawissenschaftlerinnen, hat deutlich gemacht, dass ein Anstieg um bereits zwei Grad schwerwiegende Folgen für Milliarden Menschen und für die ökologische Integrität des Planeten haben würde. Schon bei der derzeitigen Erwärmung von 1,2 Grad sind die Folgen gravierend.

Allerdings steuern wir zurzeit, gemessen an den Klimazielen der Staaten, auf einen durchschnittlichen Temperaturanstieg von mindestens 2,5 Grad zu. In vielen Regionen, auch in Afrika, würde dies noch viel höher ausfallen. Wie in Glasgow vereinbart, müssen wir alle – aber insbesondere die G20-Staaten, die für 80 Prozent der globalen Treibhausgas-Emissionen verantwortlich sind – unsere Anstrengungen verstärken, um eine Begrenzung auf 1,5 Grad zu erreichen. In der EU verhandeln wir im so genannten „Fit for 55“-Paket zurzeit das weltweit umfassendste, alle Sektoren einschließende Gesetzespaket, um die Treibhausgase bis 2030 um mindestens 55 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren, und um bis 2050 klimaneutral zu sein.

Das Vereinigte Königreich wird bis 2024 aus der Kohle aussteigen und seinen Strom bis 2030 zu 95 Prozent aus kohlenstoffarmen Quellen erzeugen, indem die Erneuerbaren Energien massive ausgebaut werden. Auch wenn die Republik der Marshall-Inseln nur einen winzigen Teil der weltweiten Emissionen verursacht, hat sie bereits zwei ambitioniertere NDCs (Nationally Determined Contributions, dt: national festgelegte Beiträge) vorgelegt. Doch wie viele andere Entwicklungsländer benötigen die Marshallinseln Unterstützung bei der Dekarbonisierung.

Die globale Energiekrise ist ein Anreiz, um den Einsatz von kohlenstofffreier Energie – in erster Linie aus erneuerbaren Quellen – weltweit zu beschleunigen und eine Chance, dies auf gerechte Weise zu tun. Neben technischen Lösungen gehört auch dazu, dass wir das Potenzial naturbasierter Lösungen, wie beispielsweise die Wälder, nutzen und den Wert von Ökosystemen im Klimaschutz anerkennen.

Zweitens müssen wir die weltweite Klimafinanzierung stärken. Bereits 2009 haben sich die Staats- und Regierungschefs der Industrieländer in Kopenhagen verpflichtet, ab 2020 gemeinsam 100 Milliarden US-Dollar jährlich für die Klimafinanzierung in Entwicklungsländern zu mobilisieren. Die OECD-Zahlen für 2020 zeigen, dass wir dieses Ziel mit 83,3 Milliarden Dollar nicht erreicht haben. Das schnellstmögliche Erreichen dieses Zieles ist für das nötige Vertrauen bei COP27 entscheidend.

Wir fordern alle Industrieländer auf, ihre Anstrengungen zu verstärken, um die für den grünen Wandel erforderliche Unterstützung zu mobilisieren. Gleichzeitig müssen wir den Zugang zur internationalen Klimafinanzierung vereinfachen und beschleunigen. Es ist wichtig, dass wir unsere Bemühungen weltweit – einschließlich Frankreichs, Deutschlands und des Vereinigten Königreichs – deutlich intensivieren und dass wir mit den internationalen Finanzinstitutionen zusammenarbeiten, um Investitionen weltweit in eine kohlenstoffarme und klimaresiliente nachhaltige Entwicklung umzulenken.

Um ehrgeizige Transformationspläne in den Ländern zu ermöglichen, müssen wir die dafür notwendigen Investitionen mobilisieren. „Just Energy Transition Partnerships“ sind hier ein vielversprechendes Modell um beim Übergang zur einer klimaneutralen resilienten Entwicklung auf Augenhöhe zu unterstützen. Die erste Partnerschaft wurde vergangenes Jahr zwischen Südafrika und G7-Ländern ins Leben gerufen, weitere sind bei COP27 geplant.

Drittens müssen wir bei der Anpassung besser werden. Zu viele der gefährdeten und verletzlichsten Länder haben bereits mit den zunehmend verheerenden Folgen des Klimawandels zu kämpfen. Dazu gehören katastrophale Wetterereignisse, Küstenerosion, Ernteausfälle, schwankende Fischbestände und unerträgliche Temperaturen.

Der Klimapakt von Glasgow fordert die Industrieländer auf, ihre Anpassungsfinanzierung von 2019 bis 2025 gemeinsam zu verdoppeln. Die gefährdeten Länder haben einfach keine Zeit mehr zu warten. Wir müssen bei COP27 weltweit alles tun, um bei diesem Ziel voranzukommen.

Schließlich ist auch der Umgang mit Verlusten und Schäden entscheidend. Wir müssen in Sharm-El-Sheikh Finanzierungslösungen finden, um die vorhandenen Lücken zu schließen. Ein Teil der Lösung ist es, bestehende Instrumente wie Frühwarnsysteme und Versicherungen auszuweiten. Wir müssen in Ägypten Fortschritte bei der Finanzierung klimabedingter Verluste und Schäden in- und außerhalb der UN-Klimarahmenkonvention machen.

Die Weichen, um das 1,5 Grad Ziel in Reichweite halten zu können, müssen wir jetzt stellen, um die dramatischen Auswirkungen des Klimawandels abzumildern und uns anzupassen, um wesentliche Fortschritte bei der nötigen Klimafinanzierung zu erzielen, um Klimaschutz deutlich zu beschleunigen. Die nachfolgenden Generationen erwarten viel von Sharm-El-Sheikh, und wir können es uns nicht leisten, sie zu enttäuschen.“

Gastbeitrag in DER TAGESSPIEGEL und LE MONDE von Jennifer Morgan, Staatssekretärin im Auswärtigen Amt und Sonderbeauftragte für Internationalen Klimaschutz, Agnès Pannier-Runacher, Frankreichs Ministerin für die Energiewende, Maisa Rojas Corradi, Umweltministerin von Chile, Alok Sharma, Präsident der COP26, Tina Stege, Klimaschutzbeauftragte der Marshall Inseln und Lee White, Minister für Wasser, Wälder, Meere und die Umwelt in Gabun.

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