Brücken in eine nachhaltige Energiezukunft – das Deutsch-Französische Energieforum (11. Oktober 2023)

Wasserstoffmoleküle - 3-D-Illustration © picture alliance/zoonar.com/Alexander Limbach

Die gesamte Europäische Union will bis spätestens 2050 klimaneutral werden, Deutschland bereits bis 2045. Bis dahin muss die Energieversorgung weltweit durch grüne, erneuerbare Energien gesichert sein. Um das zu erreichen müssen in diesem Jahrzehnt die entscheidenden Weichenstellungen vorgenommen werden: also massiver Ausbau der Erneuerbarer Energien und soweit wie möglich von anderen Energiequellen auf Strombetrieb umstellen - Elektrifizierung. Langfristig soll Wasserstoff in den Bereichen, die nur sehr schwer zu elektrifizieren sind – wie etwa in der Schwerindustrie – einen entscheidenden Beitrag zur Erreichung der energie- und klimapolitischen Ziele in Europa leisten.

Gemeinsam online diskutieren…

Am 11. Oktober findet das 6. Deutsch-Französische Energieforum statt. Dass Deutschland und Frankreich dabei in Energiefragen nicht bei allen Aspekten einer Meinung sind, zum Beispiel mit Blick auf die Nuklearenergie, steht einem engen Dialog in diesen Fragen nicht entgegen – im Gegenteil. Auf dem Energieforum diskutieren wir, wie wir gemeinsam den globalen Markthochlauf für Wasserstoff vorantreiben und damit unsere Klimaziele erreichen können. Organisiert wird das Forum in Kooperation zwischen dem Deutsch-Französischen Büro für die Energiewende, dem Auswärtigen Amt, dem Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz und dem französischen Ministerium für den energetischen Wandel statt.

Die Staatssekretärin und Sonderbeauftragte für internationale Klimapolitik Jennifer Morgan sagte dazu:

„Deutschland ist entschlossen gemeinsam mit Frankreich und weiteren Partner*innen die Entwicklung von Wasserstoff voranzutreiben. Gemeinsam haben wir die Möglichkeit, den Markthochlauf des globalen Wasserstoffmarktes aktiv zu gestalten und so Klimaschutz und ökonomische Chancen zu verbinden.“

… über die Zukunfts­perspektiven des Wasserstoffs

Deutschland wird zur Wasserstoff-Wirtschaft. Dafür hat die Nationale Wasserstoffstrategie die Basis geschaffen. Das Update der Strategie in diesem Jahr setzt noch ehrgeizigere Ziele und trägt den neuen Herausforderungen am Energiemarkt Rechnung. Sie gibt staatliche Leitplanken für die Erzeugung, den Transport und die Nutzung von Wasserstoff und seinen Derivaten und bündelt die Maßnahmen der Bundesregierung. Außerdem ist eine eigene Importstrategie für Wasserstoff in Arbeit. Es geht darum, ausreichend Wasserstoff und seine Derivate in Deutschland zu Verfügung zu stellen.

Die Nachfrage nach erneuerbarem Wasserstoff wird in den nächsten Jahren stark ansteigen. Um den Bedarf an Wasserstoff zu sichern, werden wir einen Teil dieser Zukunftsenergie importieren müssen. Vor diesem Hintergrund diskutieren deutsch-französische Expertinnen und Experten beim Energieforum die vielen Fragen rund um Bedarf, Kosten, Infrastruktur und Regulierung. Auch bei der Umsetzung und Gestaltung der Energiewende in Europa bauen wir auf die deutsch-französische Zusammenarbeit und einen engen Austausch beider Länder – in Industrie, Zivilgesellschaft und Politik.

Info:
Was ist eigentlich grüner Wasserstoff?
Wasserstoff ist flexibel einsetzbar, zum Beispiel in der Stahlproduktion oder in Gaskraftwerken. Es gibt zahlreiche Verfahren, mit denen Wasserstoff gewonnen werden kann. Nur beim „grünen“ Wasserstoff allerdings ist die Herstellung vollständig klimaneutral. Wasser wird mithilfe erneuerbaren Stroms in Wasserstoff und Sauerstoff zerlegt – also mit Strom, der beispielsweise von Windkraftanlagen oder Solarmodulen erzeugt wird. Der Prozess heißt Elektrolyse, dabei werden keinerlei klimaschädliche Gase freigesetzt. Grüner Wasserstoff ist der einzige Energieträger, der die Nachhaltigkeitsanforderungen der Nationalen Wasserstoffstrategie und des von der Bundesregierung einberufenen Nationalen Wasserstoffrates aus Expertinnen und Experten erfüllt, die unabhängig und überparteilich durch Vorschläge und Handlungsempfehlungen bei der Gestaltung und Umsetzung der Wasserstoffstrategie beraten. Als solcher kann er als Basis für sogenannte “Power to X”-Technologien (PtX) genutzt werden, bei denen klimaneutraler Strom als Quelle für die Gewinnung von Kraft- und Rohstoffen genutzt wird. Grüner Wasserstoff hat damit das Potenzial, in der Zukunft viele fossile Energieträger zu ersetzen.

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