Äusserungen von Staatspräsident Jacques Chirac bei seinem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (Berlin, 3. Mai 2007)

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Frau Bundeskanzlerin, liebe Angela Merkel, mit großer Freude habe ich deine Einladung angenommen. Dass meine letzte Dienstreise nach Deutschland geht, ist für mich sehr wichtig und symbolisch. Ich freue mich, diese jungen Menschen, Frauen und Männer, begrüßen zu dürfen, die unseren Einheiten der deutsch-französischen Brigade angehören und für die Stärke der Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich stehen.

Die deutsch-französische Freundschaft, der Bund zwischen Deutschland und Frankreich, konnte den Frieden verwurzeln und die Demokratie in Europa untermauern. Das ist eine beachtliche Errungenschaft. Heute fühlen sich die jungen Franzosen in Deutschland zu Hause. Sie denken nicht mehr in den Rastern der Vergangenheit, genauso wie die jungen Deutschen in Frankreich.

Ein herausragender Erfolg ! Wir müssen sehr darauf bedacht sein, ihn ständig zu bestärken.

Es stimmt - die deutsch-französische Einigung steht am Ursprung des europäischen Aufbauwerkes. Sie ist nötig für das europäische Aufbauwerk. Wir haben viele Ziele. Wir müssen unsere Institutionen reformieren, um den Problemen unserer Zeit begegnen zu können – ob es sich um die Umwelt, die Energie, die Entwicklung, natürlich vor allem in den armen Ländern, handelt ; ob es die wirtschaftliche Entwicklung ist, wo Deutschland uns ein großartiges Beispiel vorgibt, oder die Behauptung unseres europäischen Sozialmodells. All dies werden wir gemeinsam tun, sonst wird es nicht gelingen. Ich möchte ganz besonders die deutsche EU-Präsidentschaft würdigen, die zur Zeit unter deiner Regie ein Vorwärtsstreben leitet, das wir alle nur gutheißen und unterstützen können.

Deswegen bin ich so froh, dass ich deine Einladung angenommen habe und heute hier sein kann. Von ganzem Herzen möchte ich dir meine Anerkennung, meine Dankbarkeit und meine Zuneigung aussprechen.

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