Deutsch-französische Zusammenarbeit

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16 Mai
2011

Alfred Grosser: "Die Freude und der Tod. Eine Lebensbilanz"

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Alfred Grosser 2010 (c) Wikimedia Commons

Der deutsch-französische Politologe Alfred Grosser wurde in Frankfurt als Jude geboren, hat den Holocaust überlebte und bekennt sich heute zum Atheismus. Er ist ein streitbarer, unangepasster Geist. Sein neues Buch "Die Freude und der Tod" widmet sich politischen Fragen - und ist doch auch eine Art Lebensbilanz.

In Deutschland wurde er vor allem mit zwei Themen assoziiert: Mit Israel, dessen Palästina-Politik der Publizist immer wieder scharf kritisiert hat. Und mit dem französisch-deutschen Verhältnis, in dem ihm immer wieder die Rolle eines Mittlers zugedacht wurde. In seinen Erinnerungen kommen beide Themen aber nicht oder kaum vor. ... Seine Mittlerrolle zwischen Frankreich und Deutschland wird seiner Ansicht nach langsam obsolet. Das liege am insgesamt guten Verhältnis der beiden Staaten zueinander. Alfred Grosser schreibt:

Einerseits gibt es immer wieder politische Spannungen oder sogar Krisen. Andererseits sind die Formen und Möglichkeiten des gesellschaftlichen Austauschs und der Zusammenarbeit sehr viel zahlreicher, viel intensiver, stellen ein viel engeres Netz dar, als es zwischen Frankreich und irgend einem anderen Land, zwischen der Bundesrepublik Deutschland und irgendeinem anderen Land besteht.

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4 Februar
2010

Vive l’Agenda 2020

04.02.2010

Deutschland und Frankreich wollen Seite an Seite ins neue Jahrzehnt schreiten - 80 Projekte sollen dies besiegeln. Auch in der Außenpolitik wollen sich Merkel und Sarkozy enger abstimmen


Merkel trifft Sarkozy

In Deauville empfing Nicolas Sarkozy die Kanzlerin mit großer Geste: Der Franzose nahm die Deutsche vor dem G-8-Gipfel gesondert beiseite, zeigte sich freundlich plaudernd vor den Kameras. In deutschen Regierungskreisen war man danach mit den schönen Bildern zufrieden. Ja, wurde eingeräumt, es habe zwar eine Zeit lang "eine Delle" in den deutsch-französischen Beziehungen gegeben, das sei nun aber vorbei. Das war Ende Mai.

Jetzt zeigt sich: Offenbar ist die Delle doch noch nicht so ganz ausgebügelt. Einen Tag vor dem Besuch des französischen Staatspräsidenten bei der Kanzlerin zitiert die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) sogenannte "offizielle französische Kreise in Berlin", die ein eher trübes Bild vom aktuellen Verhältnis zeichnen. Der Bericht dürfte kein Zufall sein - sondern eine Botschaft ans Kanzleramt.


Merkel und Sarkozy stimmen sich vor EU-Gipfel ab

Frankreich und Deutschland wollen weiterhin Einheit demonstrieren. Möglich ist, dass sich beide über die Einführung einer Finanztransaktionssteuer einigen.

Kanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident Nicolas Sarkozy wollen an diesem Montag über das weitere Vorgehen in der Euro-Schuldenkrise beraten. Die Staatschefs werden sich dafür im Kanzleramt in Berlin für den nächsten EU-Sondergipfel Ende Januar abstimmen.

Bei dem Treffen geht es um die Umsetzung des von beiden Ländern angestoßenen Fiskalpaktes, der die 17 Euro-Länder sowie neun weitere EU-Staaten zu mehr Haushaltsdisziplin verpflichten soll.

Deutschen Regierungskreisen zufolge wollen sich Merkel und Sarkozy auch darüber austauschen, wie mehr Wachstum und Beschäftigung in der Euro-Zone erreicht werden kann. Damit verschiebt sich der Fokus der deutsch-französischen Abstimmung. Denn die deutsche Regierung ist überzeugt, mit dem Fiskalpakt nun die nötigen Rahmenbedingungen für eine solidere Haushaltspolitik erreicht zu haben. Allerdings ist nicht zu erwarten, dass Merkel und Sarkozy neue große EU-Programme ankündigen.

Möglich ist, dass sich Merkel und Sarkozy zudem über die geplante Einführung einer Finanztransaktionssteuer absprechen. Frankreich erwägt notfalls die Einführung der Steuer ohne die EU-Partner.