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Aktuelles

7 Juli
2022

Deutsch-Französischer Journalistenpreis (DFJP) 2022 in den neuen journalistischen Kategorien vergeben - Großer Deutsch-Französischer Medienpreis 2022 an Anselm Kiefer & Bénédicte Savoy (7. Juli 2022)

In einer feierlichen Zeremonie sind am Abend zum 39. Mal die Deutsch-Französischen Journalistenpreise (DFJP) sowie der Große Deutsch-Französische Medienpreis 2022 an den Künstler Anselm Kiefer und die Kunsthistorikern Bénédicte Savoy vergeben worden. Die feierliche Zeremonie im französischen Außenministerium am Quai d’Orsay stand ganz im Zeichen der aktuellen Entwicklungen in Europa.

Laurence Boone, französische Staatssekretärin für Europa, erklärte: „Europa kann nur bestehen, wenn die Menschen einander kennen und schätzen; hierfür spielen Journalismus und Medien eine große Rolle. Die Verteidigung eines unabhängigen, freien und qualitativ hochwertigen Journalismus wird auch weiterhin im Mittelpunkt unserer Prioritäten für Europa stehen. Aus diesem Grund möchte ich den Gewinnern und Gewinnerinnen der deutsch-französischen Journalistenpreise und des Großen Deutsch-Französischen Medienpreises 2022 meine Glückwünsche aussprechen.“

Der DFJP-Vorstandsvorsitzende und Intendant des Saarländischen Rundfunks, Martin Grasmück, unterstrich darüber hinaus die Bedeutung der Presse- und Meinungsfreiheit zur Überwindung von Konflikten und zur Bewältigung der großen gesellschaftlichen Herausforderungen, wie dem Klimawandel, der Wahrung unserer Demokratien und dem Streben nach Frieden. Der Krieg in der Ukraine zeige, wohin Nationalismus und die ideologische Überhöhung der eigenen Existenz führen könnten. „Die aktuellen Ereignisse bedeuten unendliches Leid, sind eine Provokation für die gesamte freie Welt und auch ein Weckruf, dass Propaganda und eine faktenbasierte Berichterstattung unterscheidbar bleiben müssen“, so Grasmück. Dabei spiele auch die Vermittlung von Medienkompetenz eine zentrale Rolle. Es sei Aufgabe der Politik hier die richtigen Weichen zu stellen. Zudem müssten auch Kräfte gebündelt werden.“

Für seine Verdienste um die deutsch-französische Verständigung und den kulturellen Austausch in ganz Europa ist der Künstler Anselm Kiefer mit dem Großen Deutsch-Französischen Medienpreis ausgezeichnet worden.

Die Wissenschaftlerin und Kunsthistorikern Bénédicte Savoy wurde für ihre Forschungsarbeit und ihr Engagement für die Rückgabe von erbeuteten Kunstwerken an die ehemaligen französischen und deutschen Kolonien ausgezeichnet. „Bénédicte Savoy steht für die umfassende Aufarbeitung der Vergangenheit und die Chancen, die Kunst und Kultur bieten“, sagte Delphine Ernotte Cunci, die Präsidentin von France Télévisions und diesjährige Gastgeberin, im Vorfeld der Preisverleihung.

Der Bevollmächtigte für die Deutsch-Französischen Kulturbeziehungen, der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Hendrik Wüst, beglückwünschte in einer Videobotschaft alle Preisträgerinnen und Preisträger des Deutsch-Französischen Journalistenpreises 2022 und forderte dazu auf, entschlossen für die Verteidigung von Freiheit und Demokratie einzutreten. „Europa ist angesichts des Krieges in der Ukraine für viele Menschen erneut zu einem Ort der Zuflucht und der Hoffnung geworden und Anselm Kiefer und Bénédicte Savoy haben zu diesem Verständnis ganz wesentlich beigetragen.“ Die deutsch-französische Freundschaft, so Wüst, bleibe ein Glücksfall der Geschichte. Selten sei die Partnerschaft so wichtig gewesen wie jetzt.

Die journalistischen Preisträger*innen des Jahres 2022 sind:

  • Kategorie „Newsformate“: Michaela Wiegel, „Endstation Calais“, F.A.Z
  • Kategorie „Dokumentation“: Harriet Kloss und Markus Thöß „Re: Das Attentat von Nizza – Das Leben nach dem Terroranschlag“, ZDF/ARTE
  • Kategorie „Investigation“: Claire Tesson « Déchets, la grande illusion », France Télévisions
  • Kategorie „Prix Spécial“: MEDUZA, Newsportal, Exil-Medium in russischer und englischer Sprache mit Sitz in Riga, Lettland.
  • Kategorie Nachwuchs: Janis Gebhardt „Europa, was los?“, Bundeskunsthalle

Der Deutsch-Französische Journalistenpreis gehört zu den wichtigsten Medienpreisen Europas. Die prämierten Beiträge stellen nach Auffassung der Jury exzellente Beispiele für Qualitätsjournalismus dar und tragen so zu einem besseren Verständnis von gesellschaftlichen Zusammenhängen in Deutschland, Frankreich und in ganz Europa bei.

Moderiert wurde die Preisverleihung von Carine Feix, France Télévisions. Zu Ehren der Preisträger lud der Deutsche Botschafter, Dr. Hans-Dieter Lucas, die Gäste der Preisverleihung im Anschluss an die Zeremonie zu einem Empfang in seine Residenz, das Palais Beauharnais, ein.

Der Deutsch-Französische Journalistenpreis (DFJP) wurde 1983 zum 20. Jubiläum des Élysée-Vertrages zwischen Deutschland und Frankreich ins Leben gerufen. Er gehört heute zu den wichtigsten Medienpreisen in Europa; Mitglieder sind das Deutschlandradio, Zweites Deutsches Fernsehen (ZDF), France Télévisions, ARTE, Deutsche Welle (DW), France Médias Monde, Le Républicain Lorrain, Deutsches Städte-Network (DSN), Radio France, Saarbrücker Zeitung, Tageblatt, Google Deutschland GmbH, SaarLB, Gustav-Stresemann-Institut (GSI), Deutsch-Französisches Jugendwerk (DFJW), Deutsch-Französische Hochschule (DFH), Fondation Robert Schuman, die Stiftung Genshagen, Kalodion GmbH sowie der Saarländische Rundfunk (SR) als Federführer. In den Jahren 2021/2022 erhält der DFJP darüber hinaus eine Projektförderung durch das Auswärtige Amt (AA).

© Deutsch-Französischer Journalistenpreis

28 Juni
2022

Kommuniqué der Staats- und Regierungschefs der G7 – Zusammenfassung (28. Juni 2022)

Elmau, 28. Juni 2022
Wir, die Staats- und Regierungschefs der Gruppe der Sieben (G7), sind vom 26. bis zum 28. Juni 2022 in Elmau zusammengekommen und haben uns dabei auch mit den Staats- und Regierungschefs von Argentinien, Indien, Indonesien, Senegal und Südafrika sowie der Ukraine ausgetauscht.

In einer Zeit, in der die Welt von Spaltungen und Erschütterungen bedroht ist, stehen wir, die G7, geschlossen zusammen. Wir unterstreichen unsere Entschlossenheit, gemeinsam mit Partnern die universellen Menschenrechte und demokratischen Werte, die regelbasierte multilaterale Ordnung und die Resilienz unserer demokratischen Gesellschaften zu verteidigen. Dabei werden wir die maßgeblichen Herausforderungen unserer Zeit angehen:

• Erneut bekräftigen wir unsere Verurteilung von Russlands illegalem und durch nichts zu rechtfertigendem Angriffskrieg gegen die Ukraine. Wir werden der Ukraine so lange wie nötig zur Seite stehen und die erforderliche finanzielle, humanitäre, militärische und diplomatische Unterstützung für die mutige Verteidigung ihrer Souveränität und territorialen Unversehrtheit bereitstellen. Wir sind bereit, uns gemeinsam mit interessierten Ländern und Institutionen sowie der Ukraine auf langfristige Sicherheitszusagen zu verständigen, um der Ukraine bei ihrer Selbstverteidigung zu helfen und ihre freie und demokratische Zukunft zu sichern.

• Unsere finanzielle Unterstützung im Jahr 2022 beläuft sich auf mehr als 2,8 Milliarden US-Dollar für humanitäre Hilfe, und wir sind bereit, 29,5 Milliarden US-Dollar an Budgethilfen zu bewilligen oder haben Mittel in dieser Höhe zugesagt und zur Verfügung gestellt. Wir sind fest entschlossen, den ukrainischen Wiederaufbau durch eine internationale Wiederaufbaukonferenz und einen internationalen Wiederaufbauplan zu unterstützen, der von der Ukraine in enger Abstimmung mit internationalen Partnern ausgearbeitet und umgesetzt wird.

• Wir werden Russland erhebliche anhaltende Kosten auferlegen, um zur Beendigung dieses Krieges beizutragen. Abgesehen von ihren unmittelbaren Auswirkungen beeinträchtigt die Aggression Russlands den weltweiten Wiederaufschwung und führt weltweit zu einer dramatischen Verschlechterung der Energiesicherheit und des Zugangs zu Nahrungsmitteln. Angesichts dessen bekennen wir uns weiterhin fest zu unserer beispiellosen Abstimmung in Bezug auf Sanktionen, so lange wie nötig, und handeln dabei zu jedem Zeitpunkt geeint, und werden Russlands Einnahmen verringern, auch in Bezug auf Gold.

• Wir werden dazu beitragen, die Weltwirtschaft zu stabilisieren und umzugestalten, und gleichzeitig das Problem der steigenden Lebenshaltungskosten für unsere Bürgerinnen und Bürger bekämpfen. Wir werden uns im Hinblick auf unsere wirtschaftliche Sicherheit abstimmen, die Widerstandsfähigkeit von Lieferketten stärken und gleiche Wettbewerbsbedingungen gewährleisten.

• Wir werden unverzüglich Maßnahmen ergreifen, um die Energieversorgung zu sichern und den durch die außergewöhnlichen Marktbedingungen verursachten Anstieg der Preise zu bremsen, auch durch Prüfung zusätzlicher Maßnahmen wie Preisobergrenzen.

• Wir bekräftigen unser Bekenntnis, unsere Abhängigkeit von russischer Energie schrittweise zu beenden, ohne Abstriche bei unseren Klima- und Umweltzielen zu machen.

• Gemeinsam mit unseren Partnern haben wir bedeutende Fortschritte auf dem Weg zur Zielmarke von 100 Milliarden US-Dollar für die am stärksten gefährdeten Bevölkerungsgruppen erreicht, aufbauend auf der Zuteilung von Sonderziehungsrechten für 2021. Um die Menschen vor Hunger und Mangelernährung zu schützen und um uns Russlands Einsatz von Getreide als Waffe entgegenzustellen, werden wir mithilfe des Bündnisses für globale Ernährungssicherheit (Global Alliance on Food Security) die weltweite Sicherheit der Versorgung mit Nahrungsmitteln und Nährstoffen erhöhen. Zu diesem Zweck werden wir zusätzlich 4,5 Milliarden US-Dollar bereitstellen, an unseren Zusagen bezüglich der Offenhaltung unserer Lebensmittel- und Agrarmärkte festhalten sowie unsere Bemühungen verstärken, die Ukraine bei Produktion und Export zu unterstützen.

• Wir stehen fest hinter den Zielen eines offenen und kooperativen internationalen Klimaclubs und werden gemeinsam mit Partnern auf dessen Gründung bis Ende 2022 hinwirken. Mit dem Ziel, dringende, anspruchsvolle und inklusive Maßnahmen voranzutreiben, um uns an 1,5-Grad-Pfaden auszurichten und die Umsetzung des Übereinkommens von Paris zu beschleunigen, verpflichten wir uns dazu, den Straßenverkehrssektor bis 2030 weitgehend zu dekarbonisieren, den Stromsektor bis 2035 vollständig oder überwiegend zu dekarbonisieren sowie konkrete und zeitnahe Schritte zu unternehmen, um den Ausstieg aus der Energieerzeugung aus Kohle, bei der CCS nicht angewendet wird, in unseren jeweiligen Ländern zu beschleunigen.

• Mithilfe unserer Partnerschaft für Globale Infrastruktur und Investitionen (Partnership for Global Infrastructure and Investment) wollen wir im Laufe der nächsten fünf Jahre 600 Milliarden US-Dollar mobilisieren, um die globale Investitionslücke zu verringern. Wir werden unsere Zusammenarbeit weltweit verstärken, auch indem wir auf neue Partnerschaften für eine gerechte Energiewende (Just Energy Transition Partnerships) mit Indonesien, Indien, Senegal und Vietnam hinarbeiten, wobei wir an unsere bestehende Partnerschaft mit Südafrika anknüpfen.

• Zur Überwindung der derzeitigen COVID-19 Pandemie werden wir auf unserer Bereitstellung von mehr als 1,175 Milliarden Impfstoffdosen seit unserer letzten Zusammenkunft aufbauen. Ferner werden wir im Rahmen des G7-Pandemiepakts die Prävention, Vorsorge und Bekämpfung bezüglich künftiger Pandemien und gesundheitlicher Herausforderungen in den Blick nehmen.

• Geleitet von der Überzeugung, dass uns die Werte der Demokratie bei der Bewältigung globaler Herausforderungen stärker machen, werden wir mit der Zivilgesellschaft und unseren Partnern über die G7 hinaus zusammenarbeiten, um die Resilienz unserer Gesellschaften zu erhöhen, die Menschenrechte online und offline zu stärken, gegen Desinformation vorzugehen und Geschlechtergerechtigkeit zu verwirklichen.

Mit diesen gemeinsamen Verpflichtungen und Maßnahmen, die wir heute eingegangen sind, und durch Zusammenarbeit mit Partnern werden wir Fortschritt für eine gerechte Welt erzielen.

26 Juni
2022

G7-Gipfel in Schloss Elmau „Eine gute Gemeinschaft, um gemeinsame Antworten zu entwickeln“ (26. Juni 2022)

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Die Staats- und Regierungschefs der G7 treffen sich in Elmau am Wettersteingebirge. Foto: Bundesregierung/Steins

Am zweiten Gipfeltag in Elmau steht vor allem die weitere Unterstützung der Ukraine auf dem Programm der G7-Staats- und Regierungschefs. Bereits am Sonntag hatten sich Bundeskanzler Scholz und US-Präsident Biden in einem bilateralen Gespräch dazu ausgetauscht. Beide seien sich einig in ihrer Einschätzung. „Deutschland und die USA werden immer gemeinsam handeln, wenn es um Fragen der Sicherheit der Ukraine geht“, so Scholz.

Am Sonntag hatte der Kanzler die Staats- und Regierungschefs der G7 zum Gipfel unter deutscher Präsidentschaft begrüßt. In Schloss Elmau kommen für drei Tage die wirtschaftsstarken Demokratien zusammen. „Uns eint der Blick auf die Welt. Uns eint auch der Glaube an die Demokratie und die Rechtsstaatlichkeit“, sagte Kanzler Scholz zu Beginn des Gipfels. Das werde bei den Beratungen eine große Rolle spielen.
Selensky virtuell zu Gast

Die Staaten der G7 seien von Anfang an eng zusammengestanden, genauso wie die Europäische Union und die Nato, als es darum ging, die Unterstützung für die Ukraine zu organisieren, so Scholz. Dass es ein brutaler Krieg ist, den Putin führt, sei jetzt durch Raketenangriffe auf Häuser in Kiew erneut deutlich geworden, so Scholz. „Das zeigt, dass es richtig ist, dass wir zusammenstehen und die Ukrainerinnen und Ukrainer dabei unterstützen, ihr Land, ihre Demokratie und auch ihre Freiheit auf Selbstbestimmung zu verteidigen“, sagte der Kanzler. An den Beratungen in Elmau wird auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selensky virtuell teilnehmen.
Grafik zum zweiten Gipfeltag

Geschlossenheit für die Lösung globaler Probleme

In einer ersten Arbeitssitzung am Sonntag besprachen die Staats- und Regierungschefs der G7 Fragen der Weltwirtschaft. Alle G7 Staaten seien besorgt über die Krisen, die gegenwärtig zu bewältigen seien – sinkende Wachstumsraten in einigen Ländern, steigende Inflation, Rohstoffknappheit und Störung der Lieferketten. Dies seien keine kleinen Herausforderungen und deshalb sei es wichtig, gemeinsam Verantwortung zu tragen, so Scholz.

„Die G7 sind eine gute Gemeinschaft, um gemeinsame Antworten auf die Herausforderungen unserer Zeit zu entwickeln. Es ist wichtig, dass wir dabei entschlossen und auch geschlossen handeln. Beides gehört zusammen“, sagte der Kanzler.

Partnerschaft für globale Infrastruktur und Investitionen

Die G7 machte am ersten Gipfeltag auch deutlich, dass sie gemeinsam in die globale Infrastruktur investieren will. Gemeinsam mit US-Präsident Biden stellte Kanzler Scholz die Partnerschaft für globale Infrastruktur und Investitionen vor. „Die G7 wollen die Welt zu einem besseren Ort mit besserer Infrastruktur machen“, so der Kanzler. Die G7-Infrastrukturinitiative baue auf starke regionale Initiativen wie die EU Global Gateway Initiative und die Arbeit aller G7-Mitglieder auf – ein weiteres Beispiel der engen Kooperation der G7-Staaten.

„Fortschritt für eine gerechte Welt“

In weiteren Arbeitssitzungen wird es um Fragen von Investitionen in die globale Infrastruktur, die Außen- und Sicherheitspolitik, den Klimaschutz gehen. Auch mit den globalen Folgen des Krieges in der Ukraine befasst sich der G7-Gipfel: den steigenden Energiepreisen, knappen Rohstoffen und der drohenden weltweiten Hungersnot. Dabei kämpfen viele Länder im Süden der Welt noch mit den Folgen der Pandemie. Die Bundesregierung hat deshalb bewusst einflussreiche Vertreter des Globalen Südens nach Elmau eingeladen.

Eine starke, auf Regeln basierende internationale Ordnung ist nicht erreichbar ohne Solidarität und Zusammenarbeit zwischen den Demokratien der Welt – auch jenseits der G7. Um bei den wichtigen Herausforderungen für die künftige Welt wirklich voranzukommen, bedarf es globaler Partnerschaften und Initiativen. Deshalb bleiben die G7-Mitglieder in Elmau nicht nur unter sich - Deutschland hat zum Gipfeltreffen fünf Partnerländer eingeladen, die für Freiheit und Rechtstaatlichkeit stehen: Argentinien, Indien, Indonesien, Senegal und Südafrika.

„Fortschritt für eine gerechte Welt“ – mit diesem Ziel hat Deutschland zu Jahresbeginn den Vorsitz in der G7 übernommen und fünf Handlungsfelder formuliert, die die Arbeit der G7 leiten sollen.

Neben den Partnerländern sind folgende Internationale Organisationen in diesem Jahr dabei: die Vereinten Nationen, die Weltgesundheitsorganisation (WHO), die Welthandelsorganisation (WTO), der Internationale Währungsfonds (IMF), die Weltbank, die Internationale Arbeitsorganisation (ILO), die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) und die Internationale Energieagentur (IEA). Auch der G7-Beirat zu Gleichstellungsfragen, kurz GEAC, ist vertreten.

24 Juni
2022

Treffen der G7-Außenministerinnen und Außenminister - Erklärung des Vorsitzes (24. Juni 2022)

Bei ihrem heutigen Treffen haben die G7-Außenministerinnen und Außenminister Deutschlands, Frankreichs, Kanadas, Italiens, Japans, des Vereinigten Königreichs und der Vereinigten Staaten von Amerika sowie der Hohe Vertreter der Europäischen Union ihre schärfste Verurteilung des anhaltenden russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine bekräftigt.

Im Mittelpunkt des Treffens stand die Schuld Russlands an der Verschärfung der weltweiten Nahrungsmittelkrise als Folge des Krieges. Die G7-Außenministerinnen und Außenminister machten deutlich, dass Russlands Krieg gegen die Ukraine die Ernährungsunsicherheit verschärft, u. a. durch die Blockade des Schwarzen Meeres, die Bombardierung von Getreidesilos und Häfen und die Beschädigung der landwirtschaftlichen Infrastruktur der Ukraine.

Die Ministerinnen und Minister wiesen Russlands falsches Narrativ und Desinformation mit Blick auf die Sanktionen zurück. Alle G7-Sanktionen sehen Ausnahmen vor, damit russische Lebensmittel und landwirtschaftliche Erzeugnisse auf die Weltmärkte gelangen können.

Die G7-Außenministerinnen und Außenminister forderten Moskau auf, seine Angriffe und Drohungen einzustellen und die ukrainischen Schwarzmeerhäfen für Lebensmittelexporte freizugeben. Sie bekundeten ihre Unterstützung für die Bemühungen der Vereinten Nationen um die dringende Wiedereröffnung einer Schwarzmeerroute für Getreide und für den Aktionsplan der Europäischen Kommission für EU-Ukraine-Solidaritätsrouten („Solidarity Routes“) für den Transport von Getreide auf der Straße, auf der Schiene und per Schiff auf die Weltmärkte, zu dem die G7-Länder aktiv beitragen.

Die G7-Außenministerinnen und Außenminister unterstrichen erneut ihre unerschütterliche Unterstützung für die Ukraine, einschließlich militärischer und verteidigungspolitischer Hilfe, so lange diese nötig ist. Sie sagten humanitäre Hilfe, Unterstützung für den Wiederaufbau und die Stabilisierung der Ukraine sowie die Stärkung der Widerstandsfähigkeit der Nachbarländer zu, insbesondere der Republik Moldau, die vom Zustrom der ukrainischen Flüchtlinge besonders betroffen ist. Darüber hinaus begrüßten sie die Entscheidung des Europäischen Rates, der Ukraine und der Republik Moldau den Status von EU-Beitrittskandidaten und Georgien den Status einer „EU-Perspektive“ mit einem definierten Weg zum Kandidatenstatus zu gewähren.

Die G7-Außenministerinnen und Außenminister tauschten sich auch über den Stand der Vorbereitungen für den G7-Gipfel in Elmau vom 26. bis 28. Juni aus, insbesondere zu den außen- und sicherheitspolitischen Prioritäten der G7-Staats- und Regierungschefs.

24 Juni
2022

Verleihung des Deutsch-Französischen Journalistenpreises - Großer Deutsch-Französischer Medienpreis 2022 (24. Juni 2022)

Der Krieg in der Ukraine, die Corona-Pandemie und die Klimakrise stellen die Menschen in Europa derzeit weiterhin vor große Herausforderungen. Diese betreffen Politik und Gesellschaft gleichermaßen, die Medien, Kunst und Kultur. Vor diesem Hintergrund ehrt der Deutsch-Französische Journalistenpreis (DFJP) Journalistinnen und Journalisten, die mit ihrer Berichterstattung erklären und aufklären, einschätzen und einordnen, die europäische oder internationale Dimension stets im Fokus. Der DFJP wird in den Kategorien Newsformate, Dokumentation, Investigation, Spezialpreis sowie Nachwuchspreis verliehen.

Darüber hinaus wird der "Große Deutsch-Französische Medienpreis 2022" an die französische Kunsthistorikerin Bénédicte Savoy sowie den deutschen Künstler und Bildhauer Anselm Kiefer verliehen. Beide werden für ihre Leistungen zur Völkerverständigung und zum internationalen Kulturaustausch geehrt.

Die feierliche Verleihung der Preise findet auf Einladung der Präsidentin von France Télévisions, Delphine Ernotte Cunci, und des DFJP-Vorstandsvorsitzenden und Intendanten des Saarländischen Rundfunks, Martin Grasmück, am 06. Juli um 18 Uhr im französischen Außenministerium in Paris statt. Neben zahlreichen Vertreterinnen und Vertretern aus Medien, Politik und Kultur werden weitere Ehrengäste aus dem Bereich der deutsch-französischen Zusammenarbeit erwartet.

Die Veranstaltung ist nicht öffentlich, wird aber per Livestream auf www.dfjp.eu übertragen.

Informationen zu den Medienpreisträgern:

Bénédicte Savoy, geb. am 22. Mai 1972 in Paris, gehört zu den international renommiertesten Kunsthistorikerinnen. Sie lebt in Berlin und Paris und wurde vom Time Magazine zu den hundert wichtigsten Persönlichkeiten der Welt gezählt. Der französische Staatspräsident Emmanuel Macron beauftragte sie und den senegalesischen Wissenschaftler Felwine Sarr im Jahr 2018 mit einem Forschungsbericht zur Herkunft von Kunstschätzen aus den ehemaligen Kolonien. Auf dieser Basis wurden im vergangenen Jahr 26 Objekte, darunter monumentale Statuen aus dem Königspalast von Abomey, an die Republik Benin zurückgegeben. Ebenso hat Bénédicte Savoy die deutsche Debatte im Zuge der Eröffnung des Berliner Humboldt Forums wesentlich mitgeprägt. Inzwischen hat sich die Bundesregierung unter anderem mit Nigeria und Namibia ebenfalls über die Rückgabe bzw. Dauerleihgabe wichtiger Kunstwerke verständigt.

Anselm Kiefer, geb. am 08. März 1945 in Donaueschingen, gehört weltweit zu den wichtigsten Künstlern der Gegenwart. Von seinen ersten Bildern 1969 über seinen Auftritt bei der Kunst-Biennale in Venedig 1980 bis hin zu seiner jüngsten Ausstellung im Grand Palais Éphémère beeindruckt Kiefer immer wieder aufs Neue durch seine Vielseitigkeit und seine künstlerische Auseinandersetzung mit Geschichte, Religion, Philosophie und den großen Mythen der Menschheit. Wie kaum jemand sonst vermag er die Katastrophen des 20. Jahrhunderts und die großen Herausforderungen zur Bewahrung der Schöpfung in Bilder zu übersetzen. Durch die teilweise monumentalen Kunstwerke sorgt Kiefer seit Jahrzehnten immer wieder für große Aufmerksamkeit und begeistert das Publikum. Mehrere seiner Werke sind inzwischen im Pariser Panthéon ausgestellt. Die riesigen Vitrinen aus Glas und Stahl erinnern an die Opfer und das Blutvergießen des 1. Weltkrieges und wurden im November 2020 enthüllt.

Hinweise für Presse-Anfragen:
Akkreditierungen unter info@dfjp.eu
Für Interviews und Presseanfragen stehen Anselm Kiefer und Bénédicte Savoy vor Beginn der Zeremonie zur Verfügung. Einlass für Pressevertreter ist ab 17:15 Uhr.

24 Juni
2022

Bürgerfonds erhält Budgetverdopplung (22. Juni 2022)

Über 800 Projekte zwischen Bürger*innen aus Deutschland und Frankreich hat der Bürgerfonds seit seinem Start im April 2020 gefördert: ein Erfolg, der die Erwartungen bei Weitem übertrifft.

Nun wurde das Jahresbudget des Bürgerfonds von 2,4 Millionen auf 5 Millionen Euro mehr als verdoppelt, damit das Förderinstrument auch weiterhin die große Nachfrage aus den Zivilgesellschaften beider Länder befriedigen und neue Akteur*innen für deutsch-französisches Engagement gewinnen kann.

Finanziert wird der Bürgerfonds zu gleichen Teilen von beiden Regierungen: vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und vom französischen Bildungsministerium.

Die Idee aus dem Aachener Vertrag hat sich bewährt

Der Deutsch-Französische Bürgerfonds war 2019 mit dem Vertrag von Aachen beschlossen worden, um „beide Völker einander noch näher zu bringen“. Im April 2020 startete die dreijährige Pilotphase, während der er vom Deutsch-Französischen Jugendwerk (DJFW) umgesetzt wird.

Mit dem Beschluss des deutschen Haushaltsgesetzes 2022 tritt die Budgeterhöhung auf 5 Millionen Euro in Kraft, die auf französischer Seite bereits bestätigt war.

Benjamin Kurc, Leiter des Deutsch-Französischen Bürgerfonds:

„Wir freuen uns sehr über diese Budgeterhöhung, die zeigt: Der Bürgerfonds hat seine Relevanz unter Beweis gestellt und setzt die im Aachener Vertrag festgelegten Aufgaben erfolgreich um: Er bringt die Zivilgesellschaften beider Länder einander näher und erfüllt einen echten Bedarf bei Vereinen oder Städtepartnerschaften, deren Austausch wir mit den zusätzlichen Mitteln noch besser unterstützen können. Jedes geförderte Projekt ist ein Stück gelebtes Europa.“

Tobias Bütow und Anne Tallineau, Generalsekretär*in des Deutsch-Französischen Jugendwerks:

„Europa braucht engagierte Bürger*innen – und die wiederum brauchen politische Unterstützung und finanzielle Unterstützung. Dass beide Regierungen nun die Mittel für bürgerschaftliches grenzüberschreitendes Engagement erhöhen, ist starker Rückenwind für die Zivilgesellschaft in Deutschland und Frankreich.“

Lisa Paus, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend:

„Die deutsch-französische Zusammenarbeit zeigt seit Jahrzehnten, wie aus früheren Feinden gute und enge Freunde werden können. Das ist gerade in diesen Zeiten ein Zeichen der Hoffnung. Eine ganz zentrale Rolle spielen dabei Projekte wie der Bürgerfonds: Er unterstützt Bürgerinitiativen, Städtepartnerschaften, den Dialog und das Miteinander in beiden Ländern. Der Deutsch-Französische Bürgerfonds setzt dort an, wo Menschen sich begegnen und trägt dazu bei, den Zusammenhalt unserer Gesellschaft auch über Grenzen und Generationen hinweg zu festigen.“

Das französische Bildungsministerium ist überzeugt: Je mehr Projekte es zwischen den Zivilgesellschaften beider Länder gibt, desto konkreter werden Demokratie und Frieden in Europa gestärkt.

Administrative und psychologische Hürden abbauen

„Der Bürgerfonds wächst, damit die deutsche und französische Zivilgesellschaft enger zusammenwachsen kann“, erklärt Benjamin Kurc, Leiter des Deutsch-Französischen Bürgerfonds.

„Unser Förderkonzept bleibt aber niedrigschwellig: Insbesondere ehrenamtlich Engagierte stärken die bürgerschaftlichen Beziehungen zwischen unseren Ländern – diesen Menschen machen wir die Antragsstellung so einfach wie möglich. Außerdem möchten wir Hürden abbauen und neue Akteur*innen ermutigen, grenzüberschreitende Projekte zu organisieren.“

16 Juni
2022

Bundeskanzler Scholz in Kiew: „Die Ukraine gehört zur europäischen Familie“ (16. Juni 2022)

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Bundeskanzler Scholz besucht die ukrainische Hauptstadt bewusst gemeinsam mit Partnern aus der Europäischen Union. Copyright : picture alliance/dpa | Kay Nietfeld

Bundeskanzler Scholz hat in Kiew den ukrainischen Präsidenten Selensky getroffen und betont, das Land bei seinem Abwehrkampf gegen Russland weiterhin zu unterstützen. Zudem werde er sich dafür stark machen, dass die Ukraine den Status eines EU-Beitrittskandidaten erhält. Im Vorort Irpin zeigte sich Kanzler Scholz betroffen von den Zerstörungen.

Bundeskanzler Scholz hat sich in Kiew dafür ausgesprochen, der Ukraine den Status eines EU-Beitrittskandidaten zuzusprechen. „Meine Kollegen und ich sind heute hier nach Kiew gekommen mit einer klaren Botschaft: Die Ukraine gehört zur europäischen Familie“, sagte Scholz. Beim Europäischen Rat kommende Woche werde sich Deutschland für eine positive Entscheidung zugunsten der Ukraine als EU-Beitrittskandidat stark machen, betonte der Kanzler.

Gemeinsam mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, dem italienischen Ministerpräsidenten Mario Draghi und dem rumänischen Präsidenten Klaus Johannis war Scholz am Donnerstag in ukrainische Hauptstadt gereist. Dort trafen sie den Präsidenten der Ukraine, Wolodymyr Selensky, zu einem ausführlichen Gespräch.

Dem ukrainischen Volk und Präsident Selensky sprach Scholz seine Hochachtung aus: „Die Ukraine befindet sich seit 113 Tagen in einem heldenhaften Abwehrkampf gegen Russland. Die Tapferkeit der Soldatinnen und Soldaten ist groß“, so der Kanzler. Es sei bewundernswert, wie die Ukrainerinnen und Ukrainer sich gegen die Invasion Russlands zur Wehr setzen.

Eng an der Seite der Ukraine

Russland versuche, mit Gewalt Grenzen innerhalb Europas zu verschieben, betonte der Kanzler. „Das ist unakzeptabel. Und deshalb hat sich Deutschland – gemeinsam mit vielen anderen Ländern in der Welt – vom ersten Tag an eng an die Seite der Ukraine gestellt“, so Scholz.

Deutschland unterstütze die Ukraine dabei, ihre Souveränität und territoriale Integrität zu verteidigen, finanziell und humanitär. „Und Deutschland hat mit einer langen Staatstradition gebrochen: Wir unterstützen die Ukraine auch mit der Lieferung von Waffen und wir werden das weiterhin tun, solange die Ukraine unsere Unterstützung benötigt“, so Scholz. Als Beispiel nannte er das moderne Flugabwehrsystem Iris-T, das eine ganze Großstadt gegen Luftangriffe verteidigen könne.

Der Kanzler zeigte sich zudem erfreut, dass der ukrainische Präsident die Einladung zur Teilnahme am G7-Gipfel in Schloss Elmau angenommen hat.

„Ganz wichtiges Mahnmal“

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Gemeinsam mit Präsident Macron und Ministerpräsident Draghi macht sich der Bundeskanzler ein Bild der Zerstörungen in Irpin. Copyright : picture alliance/dpa | Kay Nietfeld

Im Kiewer Vorort Irpin hatte Bundeskanzler Scholz zuvor die Brutalität des russischen Angriffskriegs verurteilt. Gemeinsam mit Präsident Macron, Ministerpräsident Draghi und Präsident Johannis machte sich Scholz vor Ort ein Bild. Es seien unschuldige Zivilisten getroffen und Häuser zerstört worden. Es sei eine ganze Stadt zerstört worden, in der es überhaupt keine militärischen Strukturen gegeben habe. „Das sagt sehr viel aus über die Brutalität des russischen Angriffskriegs, der einfach auf Zerstörung und Eroberung aus ist.“ Die Zerstörungen in Irpin seien ein „ganz wichtiges Mahnmal“ dafür, dass etwas zu tun sei.

Bundeskanzler Scholz besucht die ukrainische Hauptstadt bewusst gemeinsam mit Partnern aus der Europäischen Union: „Es ist wichtig, wenn jetzt die Regierungschefs der drei großen Länder, die schon bei der Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft dabei waren, nach Kiew fahren und in dieser ganz besonderen Situation des Krieges ihre Unterstützung für die Ukraine und die Bürgerinnen und Bürger der Ukraine zeigen", sagte Bundeskanzler Scholz bei seiner Zug-Reise nach Kiew der Nachrichtenagentur dpa.

„Nicht nur Solidarität demonstrieren“

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Scholz reist gemeinsam mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und dem italienischen Ministerpräsidenten Mario Draghi. In Kiew schließt sich der rumänische Präsident Klaus Johannis an. Copyright: picture alliance / ZUMAPRESS.com | Filippo Attili

„Wir wollen aber nicht nur Solidarität demonstrieren, sondern auch versichern, dass die Hilfe, die wir organisieren, finanziell, humanitär, aber auch wenn es um Waffen geht, fortgesetzt werden wird", so Scholz. Man werde die Unterstützung so lange fortsetzen, „wie das nötig ist für den Unabhängigkeitskampf der Ukraine“. Gleichzeitig werde man noch einmal klarstellen, dass die verhängten Sanktionen gegen Russland von großer Bedeutung seien. „Denn sie tragen dazu bei, dass die Chance besteht, dass Russland sein Vorhaben aufgibt und seine Truppen wieder zurückzieht. Denn das ist ja das Ziel“, sagte der Kanzler.

Ukrainische Streitkräfte wirksam unterstützen

Deutschland leistet einen substanziellen Anteil daran, dass sich die Ukraine weiterhin gegen den russischen Angriff wehren kann. Entscheidend für die Bundesregierung ist, die ukrainischen Streitkräfte nachhaltig und wirksam in ihrem Abwehrkampf zu unterstützen. Das ist die Leitlinie, an der sich die Bundesregierung orientiert. Das schließt – in enger Absprache mit Deutschlands Partnern und Verbündeten – Waffenlieferungen mit ein.

Neben der nationalen Unterstützung für die Ukraine leistet Deutschland im Rahmen der EU einen maßgeblichen Anteil und hat seine finanziellen Zusagen für humanitäre Hilfe und Waffenlieferungen immer wieder aufgestockt.

Deutschlands Lieferungen an die Ukraine umfassen unter anderem Panzerabwehrwaffen, Luftabwehrraketen, Maschinengewehre, gepanzerte Truppentransporter sowie Mörser und Munition. Deutschland hat zudem dem Export von Flugabwehr-Panzern des Typs Gepard zugestimmt und liefert sieben Artilleriegeschütze des Typs Panzerhaubitze 2000. Letztere werden ausgeliefert, wenn die Ausbildung ukrainischer Soldaten an den Geschützen abgeschlossen ist.

16 Juni
2022

Ausgezeichnet: Stefanie Stantcheva und Tarik Abou-Chadi mit Henrik Enderlein-Preis geehrt (16. Juni 2022)

Die Wirtschaftswissenschaftlerin Prof. Stefanie Stantcheva und der Politikwissenschaftler Prof. Tarik Abou-Chadi teilen sich den Wissenschaftspreis. Mit ihrer Forschung leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Zukunft Europas.

Prof. Stefanie Stantcheva, Wirtschaftswissenschaftlerin an der Universität Harvard und Prof. Tarik Abou-Chadi, Politikwissenschaftler an der Universität Oxford erhalten den Henrik Enderlein-Preis 2022. Der deutsch-französische Wissenschaftspreis würdigt herausragende Forscherinnen und Forscher unter 40 Jahren, die mit ihrer Arbeit einen Beitrag zur Zukunft Europas leisten. Die Auszeichnung, die mit insgesamt 10.000 Euro dotiert ist, wurde Anfang 2022 gemeinsam von der Hertie School, der Universität Sciences Po in Paris, dem Auswärtigen Amt sowie dem französischen Ministerium für Europa und Auswärtige Angelegenheiten ins Leben gerufen. In diesem Jahr erstmalig verliehen, wird die Auszeichnung von nun an jährlich vergeben. Die Preisverleihung fand gestern Abend im Pariser Quai d’Orsay, dem französischen Außenministerium statt.

Exzellente Forschung trifft Praxisrelevanz

Stantcheva und Abou-Chadi wurden von einer internationalen Jury unter Vorsitz von Jean Pisani-Ferry, Wirtschaftswissenschaftler und Professor an der Sciences Po in Paris und am Europäischen Hochschulinstitut (Florenz) ausgewählt. Neben der wissenschaftlichen Exzellenz überzeugte die Jury außerdem die hohe Praxisrelevanz der Forschung der beiden Wissenschaftler. Stantcheva und Abou-Chadi setzen sich mit ihrer Arbeit für evidenzbasierte Politikentscheidungen ein, um eine Gemeinwohlorientierung der Politik zu schärfen und öffentliche Debatten anzuregen, so die Jury.

Ausgezeichnete Forschung zum Steuersystem und dem Wandel der Sozialdemokratie

Stefanie Stantcheva ist Professorin für politische Ökonomie an der Harvard University. Sie erforscht die Besteuerung von Unternehmen und Einzelpersonen sowie Meinungsbildungsprozesse in der Politik. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit stehen die langfristigen Auswirkungen der Steuerpolitik auf Innovation, Bildung und Wohlstand. Stantcheva erforscht zudem die Haltung von Bürgerinnen und Bürgern zur Umwelt-, Gesundheits- und Einwanderungspolitik. Einen besonderen Fokus legt Stantcheva auf den Einfluss sozialer Mobilität und Herkunft (Race). Neben ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit berät sie den französischen Sachverständigenrat, den Conseil d’analyse économique.

Tarik Abou-Chadi ist Associate Professor für Europäische Union und Vergleichende Europäische Politik am Nuffield College der Universität Oxford. In seiner Forschung beschäftigt er sich mit dem Wandel von Parteien und Parteiensystemen in Europa. Einen besonderen Fokus legt er auf die politischen Herausforderungen, denen sozialdemokratische Parteien aktuell entgegenblicken. Durch seinen Podcast Transformation of European Politics und sein Engagement für die Friedrich-Ebert-Stiftung trägt er seine Forschungsergebnisse in die Öffentlichkeit.

Über den Henrik Enderlein-Preis

Der Henrik Enderlein-Preis ist mit 10.000 Euro dotiert und wird an junge Sozialwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler unter 40 Jahren vergeben. Die Arbeiten der Preisträgerinnen und Preisträger zeugen von wissenschaftlicher Exzellenz und leisten einen konkreten Beitrag zur öffentlichen Debatte über die Zukunft Europas. Der Henrik Enderlein-Preis trägt seinen Namen zu Ehren des ehemaligen Präsidenten der Hertie School, der sich mit Nachdruck für Europa engagierte.

Zu den Jurymitgliedern zählen Jury-Vorsitzender Jean Pisani-Ferry, Wirtschaftswissenschaftler und Professor an der Universität Sciences Po Paris und am Europäischen Hochschulinstitut (Florenz); Dorit Geva, Professorin für Soziologie an der Central European University Budapest/Wien; Mark Hallerberg, Professor für Politische Ökonomie an der Hertie School Berlin; Guillaume Plantin, Professor für Wirtschaftswissenschaften an der Universität Sciences Po Paris; Adam Tooze, Wirtschaftshistoriker an der Columbia University New York; Cornelia Woll, Professorin für Internationale Politische Ökonomie und Präsidentin der Hertie School Berlin; Dimo Böhme, stellv. Kommissar für die deutsch-französische Zusammenarbeit im Französischen Ministerium für Europa und Auswärtige Angelegenheiten; Emmanuelle Gallet, stellv. Beauftragte für die deutsch-französische Zusammenarbeit im Auswärtigen Amt; Teresa Stiens, Journalistin Handelsblatt und Karl de Meyer, Journalist Les Echos.

ZITATE

• Clément Beaune, Staatssekretär für Europa im französischen Außenministerium:

"Es ist mir eine Ehre, diesen ersten Henrik Enderlein Preis an zwei bemerkenswerte junge europäische Forscher zu verleihen, deren Arbeit ein wichtiger Beitrag zu diesem großartigen Projekt, dem europäischen Aufbauwerk ist. Es war mir ein besonders Anliegen, das Andenken und die Überzeugungen meines Freundes Henrik zu ehren, indem wir gemeinsam mit unseren deutschen Freunden diesen Preis stiften."

• Anna Lührmann, Staatsministerin im Auswärtigen Amt:

"Der Henrik-Enderlein-Preis für exzellente Forschung in den Sozialwissenschaften wird an zwei herausragende Forschende verliehen. Wie Professor Enderlein, verfolgen Tarik Abou Chadi und Stefanie Stantcheva mit ihrer Arbeit das Bestreben, zur politischen Debatte in Europa beizutragen, sei es im Bereich der Politik- oder der Wirtschaftswissenschaften. Dieser Dialog zwischen akademischer Forschung und Politik, der Henrik Enderlein stets sehr am Herzen lag, ist von entscheidender Bedeutung, um einen europäischen Weg in einer Welt im Umbruch aufzuzeigen.“

• Jean Pisani-Ferry, Wirtschaftswissenschaftler, Professor an der Sciences Po und am Europäischen Hochschulinstitut und Vorsitzender der Jury des Henrik-Enderlein-Preises:

"Sein Leben lang ist Henrik Enderlein zwischen den zwei Welten Forschung und Wirtschaftspolitik hin- und hergereist. In beide hat er Klarheit, ein Gefühl von Ordnung, Genauigkeit und das bisschen Provokation gebracht, ohne die es in der politischen Kommunikation nicht geht. Mit Staats- und politischen Grenzen hat er dabei gespielt. Mit der Wahl von Tarik Abou-Chadi und Stefanie Stantcheva würdigen wir auch ihn.

• Cornelia Woll, Präsidentin der Hertie School:

"Mit ihrer Forschung widmen sich Stefanie Stantcheva und Tarik Abou-Chadi Themen, die nicht nur die Wissenschaft vorantreiben, sondern auch die Politik und Öffentlichkeit in Europa beschäftigen. Über den Hörsaal hinaus, stoßen Sie mit ihrer Arbeit öffentliche Debatten an, die entscheidend sind, um die Weichen für ein starkes und souveränes Europa zu stellen.“

9 Juni
2022

JCPoA: Gemeinsame Erklärung Deutschlands, Frankreichs und des Vereinigten Königreichs (9. Juni 2022)

Deutschland, Frankreich und das Vereinigtes Königreich erklärten heute (09.06.):

Wir, die Regierungen von Deutschland, Frankreich und dem Vereinigten Königreich haben seit April 2021 gemeinsam mit anderen JCPoA-Teilnehmern und den USA intensiv und in bester Absicht mit Iran verhandelt, um eine Wiederherstellung des JCPoA zu erreichen. Seit März dieses Jahres liegt eine tragfähige Vereinbarung auf dem Tisch, welche eine Rückkehr der USA in das JCPoA ermöglichen und Iran dazu bringen würde, seine JCPoA-Verpflichtungen wieder einzuhalten. Wir bedauern, dass Iran diese diplomatische Möglichkeit bisher nicht genutzt und die Vereinbarung nicht geschlossen hat. Wir fordern Iran auf, dies umgehend zu tun. Wir sind dazu bereit.

Stattdessen installiert Iran nun weitere fortschrittliche Zentrifugen und hat gegenüber der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO) seine Entscheidung bestätigt, die JCPoA-Transparenzmaßnahmen einzustellen. Dies gefährdet die Möglichkeit der IAEO, kontinuierliche Informationen über wesentliche Teile des iranischen Nuklearprogramms, einschließlich der Zentrifugen-Produktion, wiederherzustellen.

Wir verurteilen diese Schritte und dass Iran auf diese Weise - also mit weiteren Rückschritten in der Zusammenarbeit mit der IAEO - auf Sorgen des Gouverneursrats reagiert, die dieser in einer Resolution zum Ausdruck gebracht hat und die mit überwältigender Mehrheit angenommen wurde. Dies verschärft die Lage und verkompliziert unsere Bemühungen, das JCPoA vollständig wiederherzustellen. Es schürt zudem weitere Skepsis, ob Iran an einem erfolgreichen Abschluss der Vereinbarung interessiert ist. Wir fordern Iran auf, sich wieder an das Zusatzprotokoll der IAEO und alle JCPOA-bezogenen Überwachungs- und Verifikationsmaßnahmen zu halten, die nukleare Eskalation einzustellen und nun dringend die auf dem Tisch liegende Vereinbarung zur Wiederherstellung des JCPoA anzunehmen, solange dies noch möglich ist.

8 Juni
2022

Iranisches Atomprogramm: Gemeinsame Erklärung Deutschlands, Frankreichs, des Vereinigten Königreichs und der USA (8. Juni 2022)

Deutschland, Frankreich, Vereinigtes Königreich, und die USA erklären heute (08.06.):

Wir, die Regierungen von Frankreich, Deutschland, dem Vereinigten Königreich und den Vereinigten Staaten begrüßen, die heute vom Gouverneursrat der IAEO angenommene Resolution. Mit dieser reagiert der Gouverneursrat darauf, dass Iran unzureichend mit der IAEO zu ernsten offenen Prüfvorgängen zusammenarbeitet, obwohl dies aufgrund seiner rechtlichen Verpflichtungen aus dem umfassenden Sicherungsabkommen, das Iran gemäß Nichtverbreitungsvertrag mit der IAEO abgeschlossen hat, erforderlich wäre.
Von der überwältigenden Mehrheit, mit der der Gouverneursrat heute abgestimmt hat, geht die unmissverständliche Botschaft aus, dass Iran seinen rechtlichen Verpflichtungen nachkommen und zu allen offenen Fällen technisch überzeugende Klarstellungen liefern muss.
Die heutige Resolution bekräftigt die Unterstützung des Gouverneursrats für die unabhängigen, professionellen und unparteilichen Anstrengungen der IAEO, das internationale Sicherungssystem zu schützen, wie es unser aller Sicherheit verlangt.

Wir drängen Iran dazu, dem Aufruf der internationalen Gemeinschaft Folge zu leisten, seine rechtlichen Verpflichtungen zu erfüllen und mit der IAEO zusammenzuarbeiten, um die Fälle ohne weitere Verzögerung aufzuklären und zu lösen.
Wenn Iran dem nachkommt und der Generaldirektor berichten kann, dass die ungelösten Fälle nicht mehr offen sind, würden wir keine Notwendigkeit mehr für eine weitere Befassung oder Maßnahmen des Gouverneursrats zu diesem Thema sehen.