Deutsch-französische Zusammenarbeit

Treffen zwischen Bundeskanzlerin Merkel und Staatspräsident Sarkozy (8. Januar 2009)

Am Donnerstag (8 Januar) nahm Bundeskanzlerin Angela Merkel in Paris an einer Tagung unter dem Titel "Neue Welt. Neuer Kapitalismus" teil, auf der Politiker und Finanzexperten darüber diskutierten, wie sich die Welt gegen künftige Finanzkrisen wappnen könne. Im Anschluss an das Kolloquium sprachen Merkel und Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy im Elyséepalast über die nächsten wirtschafts- und finanzpolitischen Schritte innerhalb der Europäischen Union.
Angesichts massiver Hilfen der US-Regierung für die amerikanische Automobilindustrie drängen Frankreich und Deutschland darauf, europäische Autobauer in der gegenwärtigen Krise ebenfalls zu stützen.

Insbesondere gelte es, den Unternehmen für die Zeit nach der Krise ihre Fachkräfte zu erhalten, sagte Merkel anschließend. Mit Krediten und Kurzarbeit wollen beide Länder den Unternehmen helfen, die Krise zu überstehen.

Merkel wie Sarkozy erkennen in der gegenwärtigen Krise auch Chancen. Wenn es jetzt gelinge, die europäischen Unternehmen technologisch zukunftsfest aufzustellen, könnten sie gestärkt aus der Konjunkturschwäche hervorgehen, hoffen beide.

Das gelte besonders für die Automobilindustrie: "Bei uns wurde das Auto erfunden, und wir werden auch das Auto des 21. Jahrhunderts bauen", zeigte sich die Bundeskanzlerin entschlossen. Die Entwicklung der Antriebstechnologien werde darüber entscheiden, wer in der Branche künftig Erfolg hat.

Deutschland wolle mit einem zweiten Konjunkturpaket dafür sorgen, dass die Wirtschaft die Krise ohne größere Schäden überstehe, erläuterte Merkel ihrem französischen Kollegen. Nach den branchenbezogenen Maßnahmen des ersten Pakets vom November stünden jetzt "systemische Lösungen" an: vom Kurzarbeitergeld über staatliche Investitionen bis zu steuerlichen Entlastungen für die Bürgerinnen und Bürger.

"Wir haben weiteren Bedarf", stellte die Kanzlerin klar und fügte hinzu: "Wir werden der Krise nicht nur einmal begegnen können, sondern immer wieder neue Schritte unternehmen müssen." Je nachdem, wie sich die Märkte entwickeln.

www.bundesregierung.de

Gemeinsame Pressekonferenz mit Angela Merkel und Nicolas Sarkozy (Paris, 8. Januar 2009) Druckversion

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