Siebter deutsch-französischer Tag (22. Januar 2010)

Seit 47 Jahren verbindet Frankreich und Deutschland eine Beziehung, die in ihrer Art einzigartig ist. Beide Länder haben es verstanden, ihre einstigen Konfrontationen in eine Triebfeder des Friedens für den europäischen Kontinent umzuwandeln. Der Austausch zwischen beiden Ländern findet in einer bisher beispiellosen Weise statt. Die Beziehung zwischen beiden Staaten sticht durch ihre Vielfältigkeit und durch ihre Verankerung im Alltagsleben der Menschen hervor.

Tatsächlich handelt es sich eher um eine Freundschaft als nur um eine politische Allianz oder Wirtschaftspartnerschaft. Dies war es auch, was sich der französische Präsident Charles de Gaulle und der deutsche Bundeskanzler Konrad Adenauer vor 47 Jahren erhofften. Beide hatten 18 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges begriffen, dass politische Abkommen oder Handelsverträge nicht ausreichten, um beide Völker tief und dauerhaft miteinander zu versöhnen. Eine Freundschaft lebt von Kontakten und Begegnungen - dies war die Eingebung, der sie folgten. Am 22. Januar 1963 unterschrieben sie den Elysée-Vertrag, mit dem eine neue Ära in den deutsch-französischen Beziehungen begann. Sein Anspruch war, die deutsch-französische Versöhnung in die Mitte der Gesellschaft zu tragen, vor allem dadurch, dass er Schwerpunkte im Bereich der Kultur und des Jugendaustauschs setzte.

In diesem Geiste feiern Deutschland und Frankreich am 22. Januar den 7. "deutsch-französischen Tag". Sein Ziel ist, gerade zu einem Zeitpunkt des Generationswechsels, das Kennenlernen des Nachbarlandes in all seiner Vielfalt zu ermöglichen. Das symbolische Datum wurde 2003 aus Anlass des 40. Jahrestages des Elysée-Vertrages gewählt. "Wir wünschen, dass dieser Tag künftig in allen Einrichtungen unserer Bildungssysteme der Darstellung unserer bilateralen Beziehungen, der Werbung für die Partnersprache und der Information über die Austausch- und Begegnungsprogramme sowie über die Möglichkeiten des Studiums und der Beschäftigung im Partnerland gewidmet wird", bekräftigten weiland der französische Staatspräsident Jacques Chirac und der deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder in einer gemeinsamen Erklärung.

Seit 2004 bietet der "deutsch-französische Tag" den Anlass für Aktivitäten in allen Bereichen, häufig von den Medien in beiden Ländern in ihrer Berichterstattung begleitet. Der "deutsch-französische Tag" richtet sich vor allem an Schüler und Schülerinnen der Klassen 7 bis 13. Den schulischen Einrichtungen wird hierbei weitgehend freie Hand gelassen. Ihr Ideenreichtum erweist sich als fruchtbar: Deutsche bzw. französische Gerichte in der Schulkantine, Ausstellungen in den Schulfluren oder Diskussionen mit Vertretern des Partnerlandes. Jedes Jahr wird ein anderes Thema gewählt: Die Förderung der Sprache des Partnerlandes (2004), das Deutsche und Französische als Fahrscheine für Handwerk und Beruf in Europa (2005,2006), "Frankreich neu entdecken - l’Allemagne un pays à redécouvrir" (2007, 2008), "Mettez l’allemand dans votre jeu! - Bringt das Französische ins Spiel!" (2009,2010). Druckversion