Angesichts der mangelnden Kooperation der birmanischen Militärregierung nach der verheerenden Wirbelsturmkatastrophe kritisierten die deutsche Ministerin für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Heidemarie Wieczorek-Zeul und der französische Außenminister Bernard Kouchner das Verhalten der Junta, die vier Tage nach dem Zyklon «Nargis» die internationalen Helfer nur sehr schleppend ins Land lasse.
Die Militärregierung des bitterarmen südostasiatischen Landes gibt die Opferzahlen nach wie vor mit 22 000 Toten und 41 000 Vermissten an. Die Vereinten Nationen schätzen, dass 24 Millionen Menschen betroffen sind. «Das ist die schlimmste Katastrophe seit dem Tsunami», sagte Wieczorek-Zeul. «Unser Appell ist: Öffnet das Land für die Helfer, damit die Menschen eine Zukunft haben.» Es gehe auch darum, den Ausbruch von Epidemien und damit die «Katastrophe in der Katastrophe» zu verhindern.
Nach Angaben beider Minister haben mittlerweile zwei Flugzeuge der Vereinten Nationen die Erlaubnis erhalten, in der schwer beschädigten Hafenstadt Rangun zu landen. «Das ist noch nicht die Luftbrücke, die wir brauchen, aber ein erster Anfang», sagte Kouchner. Allerdings stünden Hubschrauber auf britischen, indischen und französischen Schiffen «nur eine halbe Stunde vom Ort des Desasters» entfernt bereit, die noch keine Landeerlaubnis hätten. «Das ist wirklich schade.»
Kouchner und Wieczorek-Zeul gaben nach einem Treffen in Paris am Rande einer internationalen Gesundheitskonferenz zu Krankheitsrisiken in Entwicklungsländern und deren finanzieller Absicherung am 07. Mai eine gemeinsame Pressekonferenz.
(Quelle: dpa)
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