Frankreich und Deutschland haben heute ein Niveau der Zusammenarbeit erreicht, das in Europa und in der Welt seinesgleichen sucht. Die Intensität der Beziehungen zwischen unseren beiden Ländern ist besonders in der Finanzkrise deutlich geworden und zeigt sich heute in den Klimaverhandlungen wie bei vielen anderen Themen. Der Besuch der Bundeskanzlerin in Paris noch am Tag ihrer Wahl durch den Bundestag, entsprach dem Besuch des Staatspräsidenten, der ebenfalls am ersten Tag seiner Amtszeit, am 16. Mai 2007, nach Berlin gereist war.
Der 20. Jahrestag des Mauerfalls am 9. November bot Frankreich die Gelegenheit, die außergewöhnliche deutsch-französische Beziehung, die im Dienste Europas steht, in einem symbolischen Akt herauszustellen.
Frankreich wollte zum Jahrestag des Mauerfalls ein starkes Zeichen setzen, um Deutschland und unseren deutschen Freunden zu zeigen, dass dieses Ereignis jetzt ein fester Bestandteil unserer gemeinsamen europäischen Geschichte ist.
Der Staatspräsident griff daher den Vorschlag des Staatssekretärs für europäische Angelegenheiten, Pierre Lellouche, gerne auf, als Zeichen der Freundschaft und der Solidarität Frankreichs gegenüber dem deutschen Volk auf der Place de la Concorde in Paris ein großes Volksfest zu feiern.
Zeitgleich mit den Feierlichkeiten zum Mauerfall in Berlin, an denen auch der Staatspräsident und der Minister für auswärtige und europäische Angelegenheiten teilnahmen, feierte Paris dieses Ereignis in Anwesenheit des Premierministers, von Mitgliedern der Regierung, des Bürgermeisters von Paris, von Abgeordneten und vielen anderen Persönlichkeiten.
So konnten die Feierlichkeiten in Berlin und Paris zum 20. Jahrestag des Mauerfalls als ein verbindendes Ereignis zwischen Frankreich und Deutschland erlebt werden.
Ein symbolisches Musikspiel
Der 20. Jahrestag des Mauerfalls wurde mit einem Musikspiel gefeiert, in dem der Ruf nach Freiheit, der 1989 in ganz Europa laut wurde, noch einmal zum Ausdruck kam und der Weg zur Vereinigung unseres Kontinents in den letzten 20 Jahren nachgezeichnet wurde.
In dem 25-minütigen Schauspiel verschmolzen Bilder und Musik zu fünf großen Darstellungen: Die dunklen Stunden der Teilung Europas, Der Mauerfall, Das wieder vereinte Europa, Europa in Bewegung, Der Weg in die Freiheit.
Eine besondere Würdigung galt dem lange staatenlosen Cellisten Mstislaw Rostropowitsch, der seine einzige Heimat in der Freiheit erlebte. Er war gleich nach dem Mauerfall nach Berlin gereist, wo er am 11. November 1989 in den Ruinen der Mauer spielte und auf diese Weise seine Botschaft des Friedens in die Welt trug.
In der Veranstaltung kam die Generation zu Wort, die aus dieser europäischen Freiheit hervorgegangen ist und die durch den Cellisten und Rostropowitsch-Schüler Marc Coppey verkörpert wird. Er wurde von 26 jungen Künstlern und von Chören begleitet, die Werke von Gabriel Fauré, Johann-Sebastian Bach und Alfred Schnittke interpretierten.
An den musikalischen und schauspielerischen Darbietungen, die im Fernsehen übertragen wurden, wirkten rund hundert Künstler, Chorsänger und Musiker, darunter die Chöre der französischen Streitkräfte, sowie zweihundert Kunstschaffende und Techniker mit. Die Bilder der beiden Feiern in Berlin und Paris wurden in beiden Ländern ausgestrahlt.
Finanzierung
Dieses außergewöhliche Ereignis fand zwar auf Initiative des Staatssekretärs für europäische Angelegenheiten statt, wurde jedoch ganz ohne öffentliche Gelder finanziert. Es konnte dank der außerordentlichen Mitwirkung der Stiftung für die deutsch-französische Verständigung und dank der Unterstützung und Mitwirkung großer privater Partner verwirklicht werden, denen es ein Anliegen war, das freie und vereinte Europa zu feiern: Neben dem Hauptpartner EADS wurde die Veranstaltung unterstützt von: Total, Veolia, EDF, Air France, Areva, GDF Suez, Sanofi-Aventis, PSA Peugeot-Citroën, Generali France, LVMH, France Telecom Orange.
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