Förderung der Partnersprache

Auf dem Deutsch-Französischen Ministerrat am 26. Oktober 2004 wurde für den Zeitraum 2005-2010 eine Kampagne in beiden Ländern für die jeweilige Partnersprache beschlossen. Sowohl die gemeinsamen als auch die in beiden Ländern getrennt durchgeführten Maßnahmen haben positive und ermutigende Ergebnisse hervorgebracht.

In Frankreich ist an höheren Schulen der prozentuale Anteil der Deutsch lernenden Schüler gestiegen (15,4 % 2008, 15,3 % 2007) und deren absolute Anzahl stabil geblieben (823 277 im Jahr 2008, 823 376 im Jahr 2007). Die Anzahl der Schüler, die in der "bilingualen" 6. Klasse Deutsch lernen, steigt weiter: 58 424 (7,4 % der Gesamtzahl) 2007, 64 544 (8,2 %) 2008. Die absolute Anzahl der Deutsch lernenden Schüler in der Section Européenne (einschließlich Abibac) hat zugenommen (2007: 35 146 ; 2008: 37 190), der prozentuale Anteil ist dabei angesichts der allgemein zunehmenden Bedeutung der Sections Européennes jedoch zurückgegangen.

Die Anzahl der Abibac-Schüler ist gestiegen, von 2778 beim Schuljahrsbeginn 2007/08 auf 3177 beim Schuljahrsbeginn 2008/09. Der Abibac-Abschluss kann jetzt in 57 Einrichtungen erreicht werden, davon eine auf La Réunion und fünf französische Gymnasien in Deutschland.

In Deutschland ist Französisch an allgemeinbildenden Schulen immer noch die am zweithäufigsten gelernte lebende Sprache. Nach einem Anstieg von 2004 (17,7 %) bis 2006 (19,7 %) ist der Anteil jedoch 2007 leicht zurückgegangen (19,4 %). In einigen Bundesländern ist er zuletzt gestiegen (Bayern, Bremen, Hamburg) und in anderen gesunken (ostdeutsche Länder, Berlin).

In beiden Ländern werden weiterhin besondere Anstrengungen unternommen werden, um das frühzeitige Erlernen der Partnersprache zu fördern (9,5 % der französischen Grundschüler lernen Deutsch, in Deutschland lernen 4,4 % Französisch).

Anlässlich des Deutsch-Französischen Tags am 22. Januar 2009 wurde eine neue weit reichende Informations- und Öffentlichkeitsarbeitskampagne ins Leben gerufen.

Vertragliche Grundlage
Die Förderung der Partnersprache ist Kernelement der deutsch-französischen kulturellen Zusammenarbeit. Dies wurde im deutsch-französischen Kulturabkommen von 1955 und im Elyséevertrag von 1963 zwischen beiden Ländern festgelegt. In der gemeinsamen Erklärung anlässlich des vierzigjährigen Jubiläums des deutsch-französischen Vertrages am 22. Januar 2003 wurde vereinbart, eine Reihe von Maßnahmen zu ergreifen, um wieder mehr Schülerinnen und Schüler dazu zu motivieren, sich mit dem Nachbarland und seiner Sprache zu befassen. Zu diesen Maßnahmen gehörten beispielsweise die Sprachenstrategie, Werbeaktivitäten, die Einrichtung der „Deutsch-“ bzw. „France-Mobile“ und die Mobilisierung der Schulen in beiden Ländern anlässlich des deutsch-französischen Tages, der seit 2003 jedes Jahr am 22. Januar gefeiert wird.

Ziele
Frankreich und Deutschland wollen die Bedeutung der Partnersprache in den Bildungssystemen beider Länder weiter stärken und ihnen dort möglichst eine priviligierte Stellung einräumen. Die Kenntnis der Partnersprache stellt einen besonderen Mehrwert dar, denn sie verbessert für den Einzelnen die Chancen in Ausbildung, Studium und Beruf und ebnet den Weg für verstärkte gesellschaftliche Annäherung und Verständigung.

Organisation
Die Kooperation bei der Umsetzung der Sprachenstrategie wird auf deutscher Seite vom Bevollmächtigten für die deutsch-französische Zusammenarbeit, dem Regierenden Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, und auf französischer Seite vom Erziehungsministerium koordiniert. Über die Akademien in Frankreich und die Kultusminister der Länder werden die Schulen in Deutschland und Frankreich mobilisiert. Eine wichtige Funktion hat dabei die Kultusministerkonferenz der Länder in Deutschland. Das französische und das deutsche Außenministerium unterstützen diese Zusammenarbeit. Druckversion