Deutsch-französisches Geschichtsbuch - 4. Deutsch-Französischer Ministerrat (26. Oktober 2005)

Beide Regierungen haben den Vorschlag eines deutsch-französischen Geschichtsbuchs, den das Deutsch-Französische Jugendparlament am 23. Januar 2003 in Berlin gegenüber Bundeskanzler Schröder und Staatspräsident Chirac vorgebracht hat, aufgegriffen.

Das Projekt wurde durch die deutsche Ministerpräsidentenkonferenz am 26. Juni 2003 in Berlin und erneut durch das Treffen von deutschen Ländern und französischen Regionen am 27./28. Oktober 2003 in Poitiers bestätigt, jeweils in Gegenwart von Bundeskanzler Schröder, Premierminister Raffarin und dem Bevollmächtigten der Bundesrepublik Deutschland für kulturelle Angelegenheiten im Rahmen des Vertrags über die deutsch-französische Zusammenarbeit, Ministerpräsident Müller.

Eine bilaterale Arbeitsgruppe bestehend aus Vertretern der zuständigen Ministerien und Behörden, Vertretern der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder sowie Historikern beider Seiten ist mit der inhaltlichen Arbeit beauftragt. Sie tagt abwechselnd in Deutschland und Frankreich. Federführend innerhalb der Bundesregierung ist das Auswärtige Amt, in Frankreich das Ministerium für Bildung, Hochschulwesen und Forschung.

Die Deutsch-Französischen Ministerräte am 13. Mai 2004 in Paris sowie am 26. Oktober 2004 in Berlin bekräftigten den Arbeitsauftrag für ein gemeinsames deutsch-französisches Geschichtsbuch mit gleichem Inhalt für beide Länder. Es soll ab dem Schuljahr 2006/2007 in je einer identischen deutschen und französischen Fassung zur Nutzung als reguläres, klassisches Lehrbuch in Deutschland in gleicher Weise wie in Frankreich angeboten werden. Seine deutsche Fassung wird für Schülerinnen und Schüler der gymnasialen Oberstufe in Deutschland, seine französische Fassung für die Sekundarstufe II (Klassen seconde, première und terminale) in Frankreich bestimmt sein.

Das Geschichtsbuch soll in drei Bänden durch ein oder mehrere deutsch-französische Verlagstandems erstellt werden. Die Projektbeschreibung wird deutschen und französischen Verlagen Ende Oktober 2004 zur Verfügung gestellt.

Mit diesem Buch wird ein Projekt von hohem und sichtbarem Symbolwert auf den Weg gebracht, das kommende Schülergenerationen dazu anregt, sich konkret mit dem Nachbarland auseinander zu setzen. Es fördert die fundierte Auseinandersetzung mit den Grundlagen der gemeinsamen Identität, aber auch den Unterschieden.

(Bundesministerium für Bildung und Forschung, Bevollmächtigter für kulturelle Angelegenheiten im Rahmen des Vertrages über die deutsch-französische Zusammenarbeit, französisches Erziehungsministerium)

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