Das Deutsch-Französische Geschichtsbuch

Band 1 Das deutsch-französischen Geschichtsbuch (DFGB) ist ein zentrales Symbol der deutsch-französischen Freundschaft und ein Leuchtturmprojekt der deutschen wie der französischen Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik. Das DFGB ist ein allgemeines Geschichtsbuch für die Oberstufe (keine Geschichte der deutsch-französischen Beziehungen) und das weltweit erste in zwei Staaten inhaltlich identische Schulbuch. Es wird vom Klett-Verlag auf Deutsch und von den Éditions Nathan auf Französisch in eigener Verantwortung herausgegeben (ist also kein Regierungsschulbuch). Eine deutsch-französische Projektgruppe aus Historikern, Schulbuchexperten und Fachbeamten steuert die Umsetzung des ehrgeizigen Vorhabens.

Zunächst erschien im Juli 2006 der erste Teil (1945-Gegenwart) des auf drei Bände angelegten Werkes. Im April 2008 folgte der zweite Teil, der die Zeit vom Wiener Kongress bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs behandelt. Der dritte Band umfasst die Zeit bis 1815 und schließt das Projekt ab. Der Bevollmächtigte für die deutsch-französische kulturelle Zusammenarbeit, der Regierende Bürgermeister von Berlin Klaus Wowereit, hat Bundeskanzlerin Merkel und Staatspräsident Sarkozy am 10.12.2010 beim XIII. DEU-FRA Ministerrat die deutsche Fassung dieses dritten Bandes übergeben. Er soll im Laufe des Jahres 2011 an die Schulen und in den Buchhandel kommen.

Als weltweit einzigartiges Modell für die Aussöhnung zweier Länder erfährt das DFGB erhebliche internationale Aufmerksamkeit und Anerkennung. In Japan und Korea sind bereits in Lizenz gefertigte Nachdrucke in der jeweiligen Landessprache auf dem Markt.

Band 2 Ziele

Das Deutsch-Französische Geschichtsbuch stellt mehr dar als ein reines Schulbuch. Junge Deutsche und junge Franzosen lernen aus dem gleichen Lehrwerk die Geschichte ihres eigenen Landes, des Partnerlandes sowie Europas und der Welt. Dieses Projekt von außerordentlicher Symbolkraft soll kommende Schülergenerationen dazu anregen, Geschichte mit anderen Augen zu sehen. Das Buch stellt historische Ereignisse aus verschiedenen Perspektiven dar und überwindet damit ein Geschichtsverständnis, das auf nationalen Sichtweisen beruht. Die Aufmerksamkeit liegt auf Ähnlichkeiten, Unterschieden und Wechselwirkungen, die die jeweils vergleichend betrachtete Entwicklung Deutschlands und Frankreichs verbinden, sie dann in ihren europäischen und schließlich in ihren globalen Zusammenhang stellen.

Grundlage

Dieses umfangreiche Unternehmen steht in einer langen Tradition deutsch-französischen Austauschs über die Unterrichtsinhalte in beiden Ländern, besonders der Schulbuchgespräche, in denen der französische Geschichtslehrerverband APHG und das Georg-Eckert-Institut für Internationale Schulbuchforschung in Braunschweig an der Überwindung der wechselseitigen Klischees und Feindbilder in den nationalen Lehrwerken arbeiteten. So war die Zeit reif für die Entwicklung eines gemeinsamen Lehrbuchs, als das Deutsch-Französische Jugendparlament am 23. Januar 2003 anlässlich der Feierlichkeiten zum 40. Jahrestag des Elysée-Vertrages zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Französischen Republik in Berlin forderte, ″ein Geschichtsbuch mit gleichem Inhalt für beide Länder einzuführen, um durch Unwissenheit verursachte Vorurteile abzubauen″.

Das Projekt wurde durch die deutsche Ministerpräsidentenkonferenz am 26. Juni 2003 und durch das Treffen von deutschen Ländern und französischen Regionen am 27./28. Oktober 2003 in Poitiers, in Gegenwart von Bundeskanzler Schröder, Premierminister Raffarin und dem Bevollmächtigten für die deutsch-französische kulturelle Zusammenarbeit, dem saarländischen Ministerpräsidenten Peter Müller, bestätigt.

Eine deutsch-französische Projektgruppe aus Historikern, Schulbuchexperten und Fachbeamten beider Staaten bereitete die Umsetzung des ehrgeizigen Vorhabens vor und begleitete die Arbeit der deutsch-französisch gemischten Autorenteams. In ihr waren auf deutscher Seite das Auswärtige Amt und der Bevollmächtigte der Bundesrepublik Deutschland für kulturelle Angelegenheiten im Rahmen des Vertrages über die deutsch-französische Zusammenarbeit, für Frankreich das Ministerium für Bildung, Hochschulwesen und Forschung federführend.

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