
Am 4. Mai 2006 wurde die französische Version vom französischen Erziehungsminister Gilles de Robien in Péronne der Fachöffentlichkeit vorgestellt. Am 10. Juli 2006 würdigte Ministerpräsident Müller als Bevollmächtigter für die deutsch-französische kulturelle Zusammenarbeit die Veröffentlichung des Werkes in Deutschland in einem festlichen Rahmen in Saarbrücken. Auch in Frankreich erschien an diesem Tag die Erstauflage.
Seitens der Außenministerien wurde durch die Außenminister Steinmeier und Douste-Blazy der erste Band am 28. August 2006 auf der französischen Botschafterkonferenz in Paris und am 4. September auf der deutschen Botschafterkonferenz in Berlin vorgestellt.
Der erste Band ist für die Abiturklasse gedacht und befasst sich mit der neueren Geschichte ab 1945. In einzelnen Schulen wird das Buch bereits seit dem Schuljahresbeginn 2006/2007 eingesetzt. Ihm folgte am 9. April 2008 Band 2, der sich mit dem Zeitraum von der Antike bis zur Romantik und vom Wiener Kongress bis 1945 befasst. Band 3 (von der Antike bis zu Napoleon) erscheint voraussichtlich 2009/2010.
Ziele
Es handelt sich um ein Projekt von außerordentlicher symbolischer und politischer Bedeutung, das kommende Schülergenerationen dazu anregt, Geschichte mit anderen Augen zu sehen: junge Deutsche und junge Franzosen lernen aus dem gleichen Buch die Geschichte ihres Landes sowie die europäische Geschichte. Das Buch leistet einen Beitrag dazu, eine gemeinsame, bisher stark von den eigenen Traditionen geprägte Wahrnehmung der Vergangenheit zu fördern und die Erinnerung daran im Blick auf ein zusammenwachsendes Europa zu vergleichen. Es stößt eine fundierte, kritische Auseinandersetzung an und erleichtert einen Wechsel der Perspektiven.
GrundlageBeide Regierungen haben den Vorschlag eines Deutsch-Französischen Geschichtsbuchs, den das
Deutsch-Französische Jugendparlament am 23. Januar 2003 in Berlin gegenüber Bundeskanzler Schröder und Staatspräsident Chirac vorgebracht hat, aufgegriffen.
Das Projekt wurde durch die deutsche Ministerpräsidentenkonferenz am 26. Juni 2003 in Berlin und erneut durch das Treffen von deutschen Ländern und französischen Regionen am 27./28. Oktober 2003 in Poitiers bestätigt, jeweils in Gegenwart von Bundeskanzler Schröder, Premierminister Raffarin und dem Bevollmächtigten der Bundesrepublik Deutschland für kulturelle Angelegenheiten im Rahmen des Vertrags über die deutsch-französische Zusammenarbeit, Ministerpräsident Müller.
Es wurde am 26. Juni 2003 in Berlin von der Konferenz der Ministerpräsidenten der Länder gebilligt (zuständig für Schulfragen), sowie von den am 27. und 28. Oktober 2003 in Poitiers versammelten deutschen Ländern und französischen Regionen, im Beisein des französischen Premierministers, des Bundeskanzlers und des Bevollmächtigten der Bundesrepublik Deutschland für die deutsch-französische kulturelle Zusammenarbeit, Peter Müller.
Der Deutsch-Französische Ministerrat, der am 13. Mai 2004 stattfand, hat dem Projekt einen entscheidenden Impuls verliehen.
OrganisationDas gemeinsame Geschichtsbuch wird mit gleichem Inhalt in je einer sprachlich identischen deutschen und französischen Fassung erstellt. Beide Fassungen werden gemeinsam durch den Ernst Klett Verlag, Stuttgart und den Verlag Nathan, Paris zur Nutzung als reguläres, klassisches Lehrbuch in Deutschland in gleicher Weise wie in Frankreich für die jeweils letzten drei Klassenstufen angeboten. Das Geschichtsbuch entspricht sowohl den in Frankreich als auch in den 16 Bundesländern bestehenden Vorgaben für den Geschichtsunterricht.
Eine Projektgruppe begleitet die Entstehung des Geschichtsbuchs wissenschaftlich. In ihr ist innerhalb der Bundesregierung das Auswärtige Amt federführend, in Frankreich das Ministerium für Bildung, Hochschulwesen und Forschung. Auf Seiten der Länder ist der
Bevollmächtigte der Bundesrepublik Deutschland für kulturelle Angelegenheiten im Rahmen des Vertrages über die deutsch-französische Zusammenarbeit, seit dem 1. Januar 2007 der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, federführend.
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