
- Logo-FTD
Das düstere Orakeln über Frankreichs Wirtschaft hat etwas hochgradig Fahrlässiges. Als hätte manch einer noch immer nichts aus der Krise der vergangenen drei Jahre gelernt. ...
... Manch angelsächsischer und deutscher Levitenleser scheint gerade von üblichen Reflexen getrieben, wonach Frankreich angesichts fürchterlicher Staatsgläubigkeit seit Jahrzehnten dahinsiechen müsste - was es einfach nicht tun will. Im Langfristvergleich wächst die Wirtschaft dort im Gegenteil stärker als die deutsche; der Staat ist weniger im Minus als im Königreich Britannien. ...
Das Schlimmreden hat etwas umso Absurderes, als es an den Finanzmärkten bislang keinen Hauch tieferer Sorge über Frankreich gab. Die Zinsen auf zehnjährige französische Staatsanleihen lagen Mitte November bei historisch niedrigen zwei Prozent. Jetzt gäbe es die ersten Warnsignale, fabulieren gagaeske Ratingagenturen über Frankreichs ausgeprägte Staatseinflüsse - ach nee. Alarm. Die Italiener haben Mitte 2011 erlebt, wie schnell wankelmütige Finanzmärkte ihre Meinung ändern, ohne dass es fundamental irgendetwas Neues gibt. ...