Mehr im Netz

24 Februar
2012

Börne-Grab in Paris einsturzgefährdet


JPEG - 94.4 kB

(c) wikiCommons


Ludwig Börne (1786 - 1837), literarischer Kritiker und politischer Publizist, gehörte wie Heine zu jenen deutschen Intellektuellen, für die in Zeiten der politischen Restauration in Deutschland das Nachbarland Frankreich Vorbild war. Er ließ sich aus Begeisterung für die französische Julirevolution 1830 in Paris nieder, wo er sieben Jahre später starb. Er wurde auf dem Prominenten-Friedhof Père Lachèse begraben. Heute ist sein Grabstein einsturzgefährdet.

Alle Artikel:

5 Dezember
2011

"Ich will dem französischen Traum neues Leben einhauchen"

Der Präsidentschaftskandidat François Hollande im Porträt
Von Hans Woller

JPEG - 32.1 kB

Francois Hollande, Spitzenkandidat um das Präsidentenamt der französischen Sozialisten. (Bild: picture alliance / dpa - Matthieu De Martignac)


Das dominant auftretende Deutschland ist zum Wahlkampfthema in Frankreich geworden. Inmitten dieser politischen Gemengelage spricht der Präsidentschaftskandidat der Sozialisten, François Hollande, heute auf dem Bundesparteitag der SPD. Ist er Sarkozys Nachfolger?
5 Dezember
2011

Rede Francois Hollande auf dem SPD-Bundesparteitag

Rede von Francois Hollande, Kandidat der Parti Socialiste (PS) bei der französischen Präsidentschaftswahl 2012, beim ordentlichen SPD-Bundesparteitag am 5. Dezember 2011 in Berlin
Mehr : www.spd.de
4 Dezember
2011

Intellektuelle Grenzgänger - Ernst Jünger und Pierre Drieu la Rochelle


JPEG - 6.4 kB

Drieu la Rochelle (c) Wiki Commons


"Linke Leute von rechts" wurden in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts Schriftsteller und Intellektuelle genannt, die sich auf ihrem Feldzug gegen die Moderne gegensätzlicher Kampfideologien bedienten - so auch Ernst Jünger und Drieu la Rochelle. Obwohl im Ersten Weltkrieg Feinde verband danach beide eine ästhetische Verwandtschaft.
2 Dezember
2011

Berlin und Paris übernehmen die Führung


GIF - 7.1 kB


Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy streben eine schärfere Aufsicht über die nationalen Haushalte der Euroländer an. Dies soll mit härteren Sanktionen verbunden werden, wobei aber nach wie vor unklar ist, inwieweit diese automatisch greifen sollen. Die beiden Politiker wollen am Montag in Paris ihr Konzept für eine Reform der Währungsunion miteinander abstimmen und vorstellen. Offiziell soll EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy dies in Brüssel einbringen.

Wie Merkel am Freitag in ihrer Regierungserklärung hervorhob, strebt sie eine Änderung des EU-Vertrags an. Wenn das wegen des Widerstands in Ländern wie Großbritannien oder Irland nicht möglich sein sollte, sieht man als zweitbeste Lösung den „intergouvernementalen“ (zwischenstaatlichen) Weg, wie er mit dem Schengen-Abkommen zum Abbau der Personenkontrollen an den Grenzen beschritten worden ist. Wie Merkel hervorhob, will man eine Spaltung der Europäischen Union verhindern, indem man dann Länder wie Polen zur Teilnahme einladen wird. Auch der Vertrag zum künftigen europäischen Hilfsfonds ESM könnte in dieser Rückfallposition um Elemente erweitert werden.

Sarkozy hat in einer programmatischen Rede am Donnerstagabend in Toulon „stärker automatische, schneller wirkende und schärfere Sanktionen“für Haushaltssünder gefordert. „Wenn man mehr Solidarität will, braucht man mehr Budgetdisziplin“, sagte Sarkozy.

In der Euro-Krise haben Berlin und Paris schon länger für alle sichtbar die Macht übernommen. „Merkozy“ steht als Spitzname für diesen Führungsanspruch. Dass die Krisenpolitik im Euroraum vor allem in den Hauptstädten vorbereitet wird, lässt bei manchen die Erinnerung an das „Europa der Vaterländer“ wachwerden, das mit Charles de Gaulle der erste Präsident der Fünften Republik vertreten hat.
25 November
2011

Presseschau des DLF zum Treffen von Merkel, Sarkozy und Monti zur Euro-Krise


GIF - 843 Byte


Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG widmet sich dem gestrigen Treffen von Bundeskanzlerin Merkel, Frankreichs Präsident Sarkozy und Italiens Ministerpräsident Monti:

"Das wäre schön: ein italienischer Regierungschef, der nicht durch Clownerien und sein Privatleben auffällt, dessen Mitwirkung in der Europa-Politik gefragt ist. In dieser Hinsicht hatte die Begegnung in Straßburg Symbolcharakter. Das Dreiertreffen lässt sich freilich noch auf andere Art deuten. Nach der musste der neue Mann in Rom Frau Merkel und Sarkozy kurz nach Amtsantritt einen Vortrag halten und ihnen seine Pläne in der Fiskal- und Wirtschaftspolitik erläutern. Das wirkt so, als zeichneten Berlin und Paris die Reformagenda Montis ab. Wahr ist: Deutschland und Frankreich wollen in der Krise die Fäden nicht aus der Hand geben; ohne sie geht nichts. Traditionalisten der europäischen Einigung werden darüber nicht glücklich sein",

glaubt die F.A.Z.

"Kanzlerin Angela Merkel scheint in einer eigenen Welt zu leben", wundert sich die TAGESZEITUNG:

"In einer Welt, in der es keine Eurokrise gibt und in der man es sich leisten kann, einen "Minigipfel" in Straßburg zu veranstalten, bei dem absolut nichts herauskommt. Was für ein Aufwand: Da treffen sich die drei Regierungschefs nur um hinterher anzukündigen, dass künftig jeder ganz doll bestraft wird, der nicht gegen seine Haushaltsdefizite ankämpft. Man kann nur hoffen, dass Merkel nicht ernsthaft glaubt, es würde reichen, nur zu sparen - sondern dass sie gewohnt taktiert. Und einfach nur wartet, bis die Krise groß genug ist, damit auch ihre Wähler verstehen, dass Notmaßnahmen der EZB und ein Eurobond zwingend sind",

meint die TAZ aus Berlin.

In der polnischen GAZETA WYBORCZA heißt es:

"Merkel bleibt nach wie vor hart bei der deutschen Konzeption einer europäischen Zentralbank, die vor Inflation schützen soll, anstatt Regierungen durch massiven Aufkauf von Staatsanleihen oder Gelddruck zu helfen. Die Hyperinflation hatte zu Zeiten der Weimarer Republik zum Erstarken der Nationalsozialisten beigetragen. Mit diesem Trauma erklärt Berlin bis heute seine Angst vor Inflation und dem Unabhängigkeitsverlust der EZB. Das Straßburger Treffen hat aber keine Antwort auf die Frage gegeben, wie die Eurozone gerettet werden soll, wenn die Europäische Zentralbank keine aktivere Rolle spielen darf,

gibt die GAZETA WYBORCZA aus Warschau zu bedenken.

"Gemeinschaftsanleihen sind kein Teufelszeug", betont das Bielefelder WESTFALEN-BLATT und führt aus:

"In einer funktionierenden Währungsunion sollten sie sogar selbstverständlich sein. Gäbe es Eurobonds, so hätten Spekulanten keine Möglichkeit, sich einzelne Mitgliedsstaaten herauszugreifen und die Zinsen so in die Höhe zu treiben, dass Volkswirtschaften anschließend am Stock gehen. Erst die Konstruktionsfehler im Fundament des Euros sorgen dafür, dass der Plan für gemeinsame Bonds zum Problem wird. In der Tat aber führt kein Weg an einer Neufassung der Verträge vorbei. Denn wackelt die Basis, wird unweigerlich das ganze Haus schief. Deshalb ist es gut, dass die Bundeskanzlerin solange wie möglich hart bleibt",

unterstreicht das WESTFALEN-BLATT.

LE FIGARO aus Paris kritisiert Merkels Haltung:

"Auf der Suche nach einem unausweichlichen Kompromiss hat sich nur Frankreich bewegt und eine Änderung der Verträge akzeptiert. Berlin hält dagegen unnachgiebig an der Rolle der EZB fest, gegen den Wunsch Frankreichs und einiger anderer Länder, die massive Interventionen der Bank am Schuldenmarkt wünschen. Doch die EZB ist durch ihre Statuten und die Unnachgiebigkeit der Deutschen gefesselt. Gewiss muss das durch Jahre der Nachlässigkeit brüchig gewordene Gebäude Europa mit strengeren Regeln gefestigt werden, doch bis zur Umsetzung dieser Ordnungsmaßnahme sind wegen des Ernstes der Lage energische Sofortmaßnahmen nötig. Zeit für die unbeugsame Angela Merkel, ihre Verantwortung zu übernehmen",

verlangt der französische FIGARO.

"Und wo bleibt jetzt die Lösung?",

fragt die TIROLER TAGESZEITUNG aus Österreich.

"Deutschland und Frankreich wollen vor dem nächsten EU-Gipfel am 9. Dezember Vorschläge für eine Änderung der EU-Verträge auf den Tisch legen. Abgesehen davon, dass politische Entscheidungen in Europa ewig dauern, beugt es vielleicht künftigen Problemen vor, löst aber nicht die akuten. Und selbst eine Änderung der Spielregeln heißt wenig, denn auch an die bestehenden hat sich niemand gehalten. Europa rennt die Zeit für tiefgreifende Veränderungen davon. Und die Befürchtung, dass das Ende der Schuldenkrise schmerzvoll sein wird, steigt mit jedem misslungenen Versuch der Beruhigung. Schulden lassen sich letztlich nicht ausblenden, sondern nur abbauen",

unterstreicht die TIROLER TAGESZEITUNG aus Innsbruck.

Auch die kroatische Zeitung VJESNIK ist enttäuscht über die Ergebnisse des Gipfels:

Bundeskanzlerin Angela Merkel will weiterhin von den Eurobonds nichts hören, und ihre Einstellungen über aktuelle Fragen der EU und vor allem der Eurozone entfernen sich immer weiter von denen des französischen Präsidenten, Nicolas Sarkozy. Was geblieben ist, sind die üblichen Parolen, dass der Euro um jeden Preis verteidigt wird, ohne dass überhaupt angedeutet wurde, wie das geschehen sollte. Ein solches Ende des Dreiergipfels in Strasbourg war das denkbar schlechteste Signal vor dem ’historischen’ EU-Gipfel am 9. Dezember in Brüssel."

Mit diesem Zitat aus der in Zagreb erscheinenden Zeitung VJESNIK beenden wir die Presseschau. Die Redaktion hatte Jan Bungartz; Sprecherin war Sylvia Systermans.
24 November
2011

Kritik an Deutschland wächst

Frankreich fürchtet Herabstufung durch Ratingagenturen

JPEG - 154.3 kB

picture alliance / dpa


Von Ursula Welter

Dass Deutschland an den Finanzmärkten besser dasteht, ist ein viel beachtetes Thema in Frankreich, das um die Bestnote AAA fürchtet. Nach wie vor schwelt der Streit zwischen Paris und Berlin um das Vorgehen der Europäischen Zentralbank in der Krise. Zunehmend kritisch fragt man in Frankreich, ob inzwischen Berlin die Gesetze in Europa mache.

Audio
24 November
2011

Alfred Grosser über das Dritte Reich, Israelkritik und Europa

"Es gibt keine Kollektivschuld"
Alfred Grosser ist ein deutsch-französischer Publizist, Soziologe und Politikwissenschaftler. 1925 in Frankfurt geboren emigrierte der Sohn jüdischer Eltern 1933 nach Frankreich. Im Zweiten Weltkrieg kämpfte er in der französischen Widerstandsbewegung Résistance. Bei zahlreichen Reisen und Vorträgen in Deutschland und Frankreich sowie mit einer Unmenge von publizistischen Beiträgen hat er an der Aussöhnung der Nachbarländer mitgewirkt und zu ihrer nachhaltigen Festigung beigetragen.
Alfred Grosser im Gespräch mit Stephan Detjen
21 November
2011

Revolution im Vorort

In Paris kümmern sich die Kommunen am Stadtrand wieder um ihre Viertel Von Ursula Welter

JPEG - 164.3 kB

Luc Bessons Film-Studio "Cité de Cinéma". (Bild: Plaine Commune)


Die nördlichen Vororte von Paris waren lang triste Orte großer Hoffnungslosigkeit und Abends sogar gefährlich. Doch die Kommunen arbeiten an der Resozialisierung. Unternehmen wurden wieder angesiedelt, Bibliotheken sind wieder geöffnet - ein Lichtblick für die Problemviertel.

Revolution im Vorort
17 November
2011

Ein europäisches Geschichtsbuch


PNG - 2.4 kB


Schon binationale Geschichtsbücher sind kompliziert in ihrer Gestaltung - alles was darüber hinausgeht erst recht. Trotzdem ist es an der Zeit gemeinsam Geschichte zu schreiben. In der heutigen europäischen Jugend liegt der Schlüssel dafür. ...

Schon binationale Vorhaben sind nicht so einfach umzusetzen. Das zeigen zum Beispiel die deutsch-französischen und die deutsch-polnischen Buchprojekte. Wenn sich schon in den einzelnen Ländern Historiker über Themen wie Besatzung, Kollaboration, Flucht und Vertreibung streiten, sind übernationale Aussagen noch schwieriger. Einen „objektiven“ Mittelwert kann es nicht geben. Das haben die Historiker schnell festgestellt. Sie probieren es trotzdem.

Das deutsch-französische Team arbeitete mit dem Wechsel von Perspektiven. Es stellt Tagebuchauszüge, Dokumente, Bilder beider Seiten nebeneinander. So kann sich jeder Schüler in die Sicht der Anderen hineinversetzen. Wenn man so etwas allerdings für zwei Dutzend Länder machen will, müsste das Buch Tausende von Seiten haben.

Auch sind Historiker nicht vom Anspruch befreit, Urteile zu fällen. Im wunderbaren deutsch-französischen Geschichtsbuch schafften sie das, indem sie aus dem Schatten ihrer einstigen Vorurteile traten. Sogar höchst brisante Abschnitte, etwa über Hitler und den Holocaust, können nur bewältigt werden, wenn man sachlich, ohne Vorwürfe konstatiert, wie etwas geschah und wie es möglich werden konnte. ...
15 November
2011

Atomenergie wirbelt Wahlkampf der französischen Sozialisten auf

Spitzenkandidat positioniert sich nicht eindeutig für den Ausstieg

JPEG - 32.1 kB

Francois Hollande, Spitzenkandidat um das Präsidentenamt der französischen Sozialisten. (Bild: picture alliance / dpa - Matthieu De Martignac)


Von Ursula Welter

Mit dem Atomausstieg wollten die französischen sich die Sozialisten und die Grünen im Präsidentschaftswahlkampf positionieren. Doch der Spitzenkandidat der Sozialisten, Francois Hollande, schert aus.

Audio