30
November
2009
30.11.2009
Deutschland und Frankreich wollen 2013 das im Maastricht-Vertrag festgelegte Defizitziel von 3% des Bruttoinlandsproduktes (BIP) wieder einhalten. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble sagte am Montag nach einem Treffen des
Deutsch-Französischen Finanz- und Wirtschaftsrats in Berlin, die Empfehlung der EU-Kommission nenne für beide Länder das Jahr 2013.
"Es ist wirklich wichtig, dass wir gemeinsam die Empfehlungen der Europäischen Kommission zum Stabilitäts- und Wachstumspakt unterstützen und akzeptieren", betonte Schäuble. "Wenn wir übereinstimmen, dass wir die Empfehlungen unterstützen, dann beantwortet sich die Frage, (... ob beide Länder 2013 das Defizitziel einhalten wollen), mit einem einfachen Ja", sagte er.Seine französische Amtskollegin Christine Lagarde schränkte auf Nachfrage allerdings ein, Frankreich werde dieses Ziel nur erreichen, "wenn die zyklischen Bedingungen es erlauben".
19
November
2009
19.11.2009

- Logo der deutsch-französischen Brigade
- © dpa / Picture Alliance
Deutschland und Frankreich wollen ihre militärische Zusammenarbeit ausbauen. Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg sagte nach einem Treffen mit seinem französischen Kollegen Hervé Morin, dies betreffe unter anderem die gemeinsame deutsch-französische Brigade, deren Einsatzbereitschaft erhöht werden solle. Sein Kollege Morin plädierte zudem für eine engere industrielle Zusammenarbeit, um die europäische Rüstungsindustrie auf dem Weltmarkt wettbewerbsfähig zu halten.
16
November
2009
16.11.09

- Rollout des Airbus A400M 2008 in Sevilla, Quelle: Wikimedia Commons
In Deutschland würde mancher gerne aus dem Projekt A400M aussteigen. Der Großkunde Politik fühlte sich in den vergangenen Jahren einige Male vom Branchenriesen EADS hinters Licht geführt. Die Ansagen "später" und "teurer" kennt man gut in Berlin. ... Hätte man die Militärtransporter bei Boeing oder Lockheed Martin bestellt, wären sie jetzt im Afghanistan-Einsatz.
In Paris und Madrid denkt man nicht so. Anders als Berlin sind beide Regierungen dort direkt an EADS beteiligt. Auch dort ist der Ärger über das vermurkste Projekt groß. Dennoch wollen beide Länder EADS entgegenkommen. ... Anders als in Deutschland begreift man EADS und ihr europäisches Produktionsnetzwerk als Herzstück einer Industriepolitik, die Luft- und Raumfahrt mindestens so wichtig einstuft wie die Autoindustrie. In Deutschland denkt niemand so weit.
Das hat aber gravierende Folgen. Das labile Gleichgewicht bei dem europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern droht immer mehr aus der Balance zu geraten. Galten München und Paris bislang immer als gleichwertige Konzernzentralen, wandert sukzessive eine Funktion nach der anderen nach Frankreich ab. Der französische Staat bleibt Großaktionär und zieht die Fäden. Seit Beginn des Jahres werden alle drei Sparten Airbus, Eurocopter sowie das Raumfahrt- und Rüstungsgeschäft aus Frankreich geführt. Berlin und Daimler, Großaktionär und Hüter der deutschen EADS-Interessen, schweigen.
12
November
2009
12.11.09
Die deutsch-französische Zusammenarbeit ertrinkt derzeit in Symbolik. Kaum eine Woche vergeht, ohne dass der französische Präsident in Deutschland, die deutsche Kanzlerin in Frankreich oder beide zusammen an dritten Orten in der Welt der gemeinsamen Geschichte, des guten Verhältnisses und der Aussöhnung beider Völker gedenken.
Selbst eingefleischten Europäern und Versöhnern wird da langsam mulmig. So großartig die gemeinsame Geschichte nach 1945, ein gemeinsames Schul-Geschichtsbuch oder die Städtepartnerschaften auch sind: Der deutsch-französische Motor darf sicher nicht stottern - er darf sich aber auch nicht im Leerlauf überhitzen. ... Statt nach immer neuen Projekten zu suchen, sollten beide Regierungen nachdenken, was für Unternehmen und die Bürger überhaupt wichtig ist - und was nicht.
11
November
2009
11.11.09

- Angela Merkel und Nicolas Sarkozy bei den Feierlichkeiten
Erstmals hat mit Angela Merkel ein deutscher Regierungschef an den französischen Feierlichkeiten zum Waffenstillstand 1918 teilgenommen. Der Historiker Hans-Ulrich Wehler spricht im Interview mit SPIEGEL ONLINE über symbolische Handlungen, die Bedeutung des Ersten Weltkriegs in beiden Staaten und die Debatte über einen gemeinsamen Minister.
11
November
2009
11.11.09
Die Verbundenheit zwischen Deutschland und Frankreich soll ... mit einer großen Versöhnungsgeste demonstriert werden: Bundeskanzlerin Angela Merkel nimmt als erste deutsche Regierungschefin in Paris an den Gedenkfeiern zum Ende des Ersten Weltkriegs 1918 teil. Mit Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy wird Merkel vor dem Triumphbogen stehen. Dort brennt über dem Grab des Unbekannten Soldaten die Ewige Flamme zum Gedenken an die französischen Kriegstoten. Ein deutscher Regierungschef vor diesem Grab – das ist eine neue Auszeichnung.
11
November
2009
11.11.09
Unter dem Pariser Triumphbogen haben Bundeskanzlerin Merkel und Präsident Sarkozy an eine glückliche Tradition der deutsch-französischen Freundschaftsgesten angeknüpft. Doch geschichtliche Symbolik reicht nicht aus, die Zukunft des vereinten Europas zu gestalten. Bundeskanzlerin und Staatspräsident stehen vor der Prüfung: Zu welchem Ziel wollen sie die wie die Flamme über dem Grab des unbekannten Soldaten neu entfachte Freundschaft nutzen?
10
November
2009
10.11.2009
Nach der Aussöhnung der Kriegsgegner und einer Phase partnerschaftlicher Zusammenarbeit sei die Zeit reif für "das echte Bündnis", sagt Frankreichs Europaminister Pierre Lellouche. Sarkozy lässt den Worten seines Ministers symbolschwere Taten folgen. Der Staatschef hat nicht nur das Jubiläum des Mauerfalls in Paris feiern lassen. Er hat sogar den 11. November umgewidmet. Entschlossen hat der Präsident den Gedenktag zum Ende des Ersten Weltkriegs durch einen Tag der deutsch-französischen Freundschaft ersetzt und die Kanzlerin gebeten, zur Premiere unter dem Pariser Triumphbogen am Mittwoch eine Rede zu halten.
Das ist nicht nur eine Hommage an die Deutschen. Das rührt ans Selbstverständnis der Grande Nation. Wenn das aufwendige Spektakel zum Jubiläum des Mauerfalls auf der Pariser Place de la Concorde "ein Geschenk an die deutschen Freunde" war, wie Lellouche gesagt hat, dann ist der Verzicht auf den Gedenktag zum Ende des Ersten Weltkriegs eine Opfergabe.
4
November
2009
04.11.2009
9. November 1989, 19:05 Uhr: Die Nachrichtenagentur AP meldet: "DDR öffnet Grenzen". Ein historischer Moment, dem unzählige bemerkenswerte und tragische Entwicklungen vorausgingen. Deutschlandfunk, der in Berlin sitzende RIAS, und der aus dem Rundfunk der DDR zu Wendezeiten hervorgegangene Deutschlandsender Kultur haben die Ereignisse damals dicht begleitet. Das 1994 aus diesen drei Sendern hervorgegangene Deutschlandradio (Dradio.de) blickt zurück.
4
November
2009
04.11.2009
Eine Sammlung von Artikeln, Bildern und Videos der FAZ zum Thema Mauerfall und Einheit: Berlin 1989 und heute, die Maueröffnung im Film, Chronik des Mauerfalls, Helmut Kohl, der "Kanzler der Einheit" erinnert sich u.a.m.
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