ARTE G.E.I.E.

Aktuelles
Das neue Jahr steht im Zeichen der Komplementarität von Fernsehsender und neuen Übertragungsmedien wie Internet, Video-on-Demand, Radio und sogar Handy, mit denen ARTE auch ein jüngeres Publikum erreichen kann. So wird beispielsweise das deutsch-französische Magazin "Karambolage", das mit dem Grimme-Preis 2006 ausgezeichnet wurde, sonntagabends um 20 Uhr ausgestrahlt und kann bereits am Montagmorgen auf www.arte.tv abgerufen werden. "Karambolage" ist außerdem als DVD oder in Buchform erhältlich.
Auf europäischer Ebene engagiert sich ARTE durch die Rubrik "Im Spiegel der Zeitschriften - Europa in der intellektuellen Debatte", einer gemeinsamen Initiative des Senders mit dem Europakolleg in Brügge und Natolin, dauerhaft in der öffentlichen Diskussion.
"ARTE à la carte" schließlich wendet sich an die Internetnutzer. Dieses neue Serviceangebot bietet einen Newsletter, Erinnerungs-Mails, um bei der Lieblingssendung nicht zu spät zuzuschalten, einen Wiederholungsservice, durch den verpasste Sendungen noch einmal angesehen werden können, sowie einen Programminformationsservice für Freunde und Bekannte. Ziel dieser Initiativen ist eine noch engere Zuschauerbindung.

Vertragliche Grundlage
Der am 2. Oktober 1990 von der Französischen Republik und den elf "alten" Bundesländern unterzeichnete zwischenstaatliche Vertrag bildet die Grundlage für den Europäischen Kulturkanal ARTE, der am 30. April 1991 in Form einer Europäischen Wirtschaftlichen Interessenvereinigung (EWIV) (Groupement Européen d’Intérêt Économique - G.E.I.E.) vertraglich gegründet wurde. Die fünf neuen Bundesländer traten dem zwischenstaatlichen Vertrag in den darauf folgenden Jahren ebenfalls bei und sind heute vollwertige Mitglieder. Ziel und Zweck einer Europäischen Wirtschaftlichen Interessenvereinigung ist es, die grenzübergreifende Zusammenarbeit zu unterstützen sowie die wirtschaftliche Tätigkeit der beteiligten Mitglieder zu erleichtern und zu fördern. Ihre nicht einzelstaatliche, sondern dem Europarecht unterliegende flexible Rechtsform ermöglicht es den Mitgliedern, bestimmte Geschäftstätigkeiten zusammenzulegen und dennoch juristisch und wirtschaftlich selbständig zu bleiben.

Ziele
ARTE ist ein öffentlich-rechtlicher europäischer Kultursender, der sich an alle Bürger insbesondere in Deutschland und Frankreich wendet. Alle Programme werden in deutscher und in französischer Sprache ausgestrahlt.
Der Auftrag, dem sich der Sender verpflichtet fühlt, geht aus Artikel 2 seines Gründungsvertrags hervor: "Gegenstand der Vereinigung ist es, Fernsehsendungen zu konzipieren, zu gestalten und (…) auszustrahlen oder ausstrahlen zu lassen, die (…) kulturellen und internationalen Charakter haben und geeignet sind, das Verständnis und die Annäherung der Völker zu fördern."
ARTE zeigt hochwertige nationale und internationale Koproduktionen aus den Bereichen Spielfilm, Fernsehfilm und Dokumentation/Dokumentarfilm und bietet seinen Zuschauern somit eine wichtige Orientierungshilfe für das Verständnis der kulturellen, geistigen und gesellschaftspolitischen Strömungen von gestern und heute.

Organisation
Die Struktur von ARTE ist dreigeteilt: Die Zentrale ARTE G.E.I.E. hat ihren Sitz in Straßburg, die beiden Mitglieder ARTE France und ARTE Deutschland TV GmbH sind in Issy-les-Moulineaux und in Baden-Baden ansässig. Die beiden Mitglieder sind für die Produktion von Programmen und die Erschließung neuer Übertragungsmedien zuständig. Der Sender unterhält zudem Partnerschaften mit anderen öffentlich-rechtlichen Fernsehsendern in Europa. Diejenigen von ihnen, mit denen ARTE am engsten zusammenarbeitet, haben entsprechende Kooperationsvereinbarungen oder Assoziierungsverträge geschlossen und nehmen mit beratender Stimme an der Mitgliederversammlung und der Programmkonferenz teil.
In Deutschland wie in Frankreich wird ARTE über Fernsehgebühren finanziert. Der Sender strahlt laut Gründungsvertrag keine Werbung aus; die Erschließung weiterer Einnahmen etwa über Sponsoring ist jedoch zulässig. Der Haushalt des Senders wird von der Mitgliederversammlung beschlossen, die aus Vertretern der deutschen und der französischen Seite besteht und deren Aufgabe es außerdem ist, die Mitglieder des Vorstands zu bestimmen, der den Sender leitet.
Insgesamt 75% der gesendeten Programme werden je zur Hälfte von ARTE France und ARTE Deutschland geliefert, die übrigen Programme werden von der Zentrale produziert. Auf der Programmkonferenz findet die Auswahl der Programme statt. Die Mitglieder bringen im Vorfeld Programmvorschläge ein und liefern im Anschluss an die Konferenz die ausgewählten Programme an die Zentrale. Überdies berät ein Programmbeirat, bestehend aus Persönlichkeiten des kulturellen, wissenschaftlichen und politischen Lebens in Deutschland und Frankreich, den Vorstand und die Programmkonferenz in Programmfragen.

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